Mario Sedlak
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Haltbarkeit von Lithium-Akkus für Elektroautos

Von Handy, Laptop und anderen mobilen Geräten mit Lithium-Akku ist bekannt, dass der Akku nicht lange hält. Schon nach 1–2 Jahren nimmt die Kapazität merklich ab – auch wenn der Akku nicht benutzt wird.[1] Hochwertige Lithium-Akkus "verlieren aber auch nach Jahren und einigen tausend Ladezyklen nur einen geringen Teil ihrer Leistung." Solche werden für Elektroautos benötigt, da es zu teuer wäre, deren große Akkus alle paar Jahre auszutauschen.

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Mitsubishi I-Miev

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Tesla Roadster
(hergestellt von 2008–2012)

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Nissan Leaf

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Renault Zoe

Erfahrungswerte

Herstellergarantien

Günstige Behandlung des Akkus

Bei den heutigen Lithium-Akkus ist sowohl eine vollständige Ladung als auch Entladung schädlich. Wer seinen Akku möglichst lange verwenden will, sollte ihn daher nie ganz leerfahren und nie ganz vollfüllen. Letzteres wird aber nicht von allen Elektroautos und Ladestationen unterstützt oder es ist extra einzustellen. Schädlich ist vor allem, wenn der Akku längere Zeit mehr als 80% geladen ist.[8]

Das meines Wissens 1. Elektroauto, das seinen Akku nicht vollständig nutzt, war der Fiat Karabag 500 E: Der Ladestand wurde immer zwischen 20 und 80% gehalten.[9] Der BMW i3 verwendet von theoretischen 22 kWh nur 18 kWh. Für den Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive gibt es gegen Aufpreis eine Taste, um bei Bedarf den Akku voller als sonst zu laden (wenn die "bis zu 30 km" zusätzlicher Reichweite den erhöhten Verschleiß rechtfertigen).[10]

In Hybridautos werden die Akkus nie ganz entladen und nie ganz geladen. Es wird nur ca. die Hälfte der Kapazität genützt. Bei den Nickel-Metallhydrid-Akkus hat sich das bewährt. Ob es bei Lithium-Akkus genauso viel nützt oder vielleicht sogar übertrieben vorsichtig ist, muss die Zukunft noch zeigen.

Lithium-Akkus sollten nicht bei Minusgraden geladen werden, weil es dann zu zerstörerischen Reaktionen im Akku kommen kann. Deswegen hat der Tesla Roadster eine Akkuheizung für das Laden bei kaltem Wetter bis –20°C. Im Betrieb sorgt eine Luft- und Flüssigkeitskühlung für eine möglichst konstante Temperatur zwischen 18 und 25°C. Auf diese Weise soll der Lithium-Akku länger halten als in Laptops, wo dasselbe Akku-Modell eingesetzt wird wie im Tesla Roadster.

Günstig für die Lebensdauer ist außerdem eine möglichst langsame Ladung:

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Zukunft von Akkus für Elektroautos

Quellen

[1]
[2] Auto-Touring. Das Mobilitätsmagazin des ÖAMTC, 6.2017, S. 32
[3] Plug in America: Tesla Roadster Battery Study (PDF), 2013, S. 6f. und 1 (1 Meile = ca. 1600 km)
[4] Plug in America: Leaf Battery Survey (PDF), 2012, S. 3
[5] Angebot 9/2010 (nicht mehr aufrufbar)
[6] Opel-Ampera-Katalog (PDF, 9 MB), S. 50
[7] Der neue Renault Zoe. Preise und Ausstattungen (PDF), gültig ab 1.5.2015, S. 2
[8] IFEU: Weiterentwicklung und vertiefte Analyse der Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen (PDF, 6 MB), S. 91
[9] Auto, Motor und Sport, 1/2011, S. 142 laut Karabag-Website (nicht mehr aufrufbar)
[10] Lifecylce-Umweltzertifikat Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive (PDF, 12 MB), S. 12 (im PDF S. 7)
[11] Preisliste für den Renault Zoe (PDF), gültig ab 2.5.2013, S. 2
Vgl. Batterie-Mietvertrag für den Renault Zoe (PDF, 5 MB), Stand 4.2013, S. 4, Punkt VIII, 3.