Mario Sedlak
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Kostenlose Kreditkarte

Kostenlose Kreditkarte

Kreditkarte

Ich habe lange nicht verstanden, wieso ich eine Kreditkarte brauche. Meiner Meinung nach könnten alle Buchungen über mein Girokonto laufen. Ich brauche ja auch keine eigenen Briefkästen, um von bestimmten Absendern Post erhalten zu können. Noch weniger verstehe ich, wieso ich hierfür noch extra was zahlen soll. Ich brauche keinen Kredit, ich will nur online was einkaufen, insb. Reisen buchen. Dafür wird häufig eine Kreditkarte verlangt.

Kostenlose Kreditkarte

2013 habe ich mich dann doch entschlossen, mir eine weitere Karte ins Geldbörsel zu stecken. "Überredet" hat mich die Deutsche Kreditbank (DKB), denn bei ihr kann man eine vollwertige Kreditkarte samt zugehörigem Online-Konto gratis bekommen. Es gibt weder einmalige noch laufende Gebühren! Sogar Behebungen beim Bankomat (sofern der Visa-Karten akzeptiert) sind gebührenfrei möglich. Deshalb brauche ich keine Bankomatkarte. Für Österreicher klingt das unglaublich, denn hierzulande werden vollwertige Kreditkarten "nur sehr selten wirklich kostenlos" abgegeben.

Außer von der DKB gibt es noch einige weitere kostenlose Kreditkarten.

Erfahrung

Arbeitskollegen, die oft Dienstreisen mit ihrer Karte buchen mussten, hatten zuweilen Ärger mit Doppelbuchungen oder falschen Beträgen. Bei mir hat bisher alles gestimmt. Ich zahle aber immer, wo es geht, in bar, damit ich nicht am nächsten Kontoauszug viele Buchungen kontrollieren und ggf. reklamieren muss.

Dass ich als Österreicher eine Visa-Kreditkarte von einer Bank in Deutschland habe, sollte im EU-Binnenmarkt eigentlich egal sein – dachte ich. Der österreichische Elektronikhändler E-Tec.at akzeptiert "als Schutzfunktion, um Kreditkartenmissbrauch zu vermeiden", nur österreichische Kreditkarten. Ich habe auf Nachfrage aber zum gleichen Preis per Nachnahme bestellen können.

Kosten für den Verkäufer

Dass man die meisten Lademöglichkeiten für Elektroautos nicht mit Kreditkarte nutzen kann, wird häufig mit zu hohen Transaktionskosten begründet. Laut einem Medienbericht betragen diese 2% der Rechnungssumme (bei Bankomatzahlungen: 1%), im Extremfall 3%.[1] Ein Zahlungsanbieter verlangt 1,4% + 25 Cent Grundgebühr für jede Transaktion. Hinzu kommen wahrscheinlich noch Fixkosten für das Kartenlesegerät und die Übertragungsleitung.

Recht

Es ist Verkäufern verboten, die Transaktionskosten den Kunden auf die Rechnung draufzuschlagen. Allerdings ist es erlaubt, Rabatt bei Barzahlung zu gewähren, und somit kann das Gesetz leicht umgangen werden. Ich bin schon aus Gründen der Kostenwahrheit dafür, dass die Kosten weiterverrechnet werden dürfen. Die jetzige Situation bewirkt, dass Kartenzahlung bei manchen Händlern oder für geringe Beträge nicht angeboten wird. Damit ist dem Kunden nicht gedient. Außerdem führt das Verstecken der Transaktionskosten dazu, dass diese zu hoch sind. Dass sie zu hoch sind, erkennt man daran, dass der Kartennutzer einen Teil der Gebühr als Gutschrift erhalten kann.

Banken sind (laut telefonischer Auskunft, die ich 2013 vom Europäischen Verbraucherzentrum Österreich erhielt) nicht verpflichtet, ihre Dienstleistungen allen EU-Bürgern zu gleichen Konditionen anzubieten, da es für sie in der EU-Dienstleistungsrichtlinie eine Ausnahme gibt.[2] Z. B. habe ich bei der DAB-Bank keine Kreditkarte bekommen.

Wenn du eine Firmenkreditkarte hast, haftest du für offene Rechnungen, wenn dein Arbeitgeber pleitegeht.

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Quellen

[1] Europäische Kommission: Inanspruchnahme von Dienstleistungen überall in der EU. Ein Leitfaden für Verbraucher (PDF, 1 MB), S. 10
[2] Die EU-Dienstleistungsrichtlinie. Neue Chancen für Österreichs Wirtschaft (PDF), S. 2