Mario Sedlak
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Die Wissenschaft verwendet Mikroskope, um die Welt des Allerkleinsten unserem Erkenntnisvermögen zugänglich zu machen

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Für viele Menschen ist "Wissenschaft" etwas "Abgehobenes", das sicher nicht die ganze Wirklichkeit beschreiben kann. Die wissenschaftliche Denkweise habe zwar ihre Berechtigung, aber auf vielen Gebieten sei sie absolut ungeeignet. Alternativen: Intuition, Gefühl, Glaube, Philosophie, religiöse Erfahrungen u. dgl. Ich denke, dass diese Menschen eine zu enge Definition von "Wissenschaft" haben.

Was ist Wissenschaft?

Das wesentliche Kennzeichen von Wissenschaft ist meiner Meinung nach: aus Erfahrung lernen. Eigentlich ganz einfach und uns allen wohlvertraut, schließlich lernen wir ständig durch unsere Erfahrungen hinzu. Vom wissenschaftlichen Arbeiten im engeren Sinn unterscheidet sich das nur in der Hinsicht, dass wir im Alltag normalerweise keine neuen Beiträge für das "Weltwissen" verfassen. Doch das Grundprinzip ist das Gleiche.[1]

Was ist keine Wissenschaft?

Von etwas überzeugt zu sein, das nicht durch Erfahrungen gestützt wird, ist ein Vorurteil und nicht wissenschaftlich. Genauso ist es unwissenschaftlich, die Wahrheit allein durch Zitate aus "heiligen Schriften" finden zu wollen. Ja, es ist sogar unwissenschaftlich, wenn man alles glaubt, nur weil es ein "Experte" im Namen der Wissenschaft behauptet.

Bei der Entscheidung, was eher wahr und was eher falsch ist, verlasse ich mich am liebsten auf mein Wissen, das sich bis jetzt am besten bewährt hat. Das ist die wissenschaftliche Methode und auch das, was Menschen im Alltag normalerweise tun, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich finde es interessant, dass für gewisse Fragen dann plötzlich eine ganz andere Methode nötig sein soll.

Außerhalb der Wissenschaft gibt es viele (oder keine) "Wahrheiten". Z. B. ist die Kunst so ein Gebiet. Man kann Kunstwerke genießen, aber man sollte nicht glauben, dass jeder mit einem darüber übereinstimmen muss, was "gute" und was "schlechte" Kunst ist.

Möglichkeiten und Grenzen

Die wissenschaftliche Vorgehensweise bedeutet keine Beschränkung auf eine vereinfachte Schwarz-Weiß-Logik, wo etwas nur wahr oder falsch sein kann. In der Wissenschaft kann man auch mit allen Arten von "Graustufen" gut umgehen. Natürlich ist es oft nötig, vereinfachende Annahmen zu machen, damit man überhaupt etwas aussagen kann. Menschen, die den Grundsätzen der wissenschaftlichen Methode folgen, sind sich der Einschränkungen, die sich aufgrund solcher Vereinfachungen ergeben, vollends bewusst. Menschen, die nicht den Grundsätzen der wissenschaftlichen Methode folgen, glauben hingegen einfach das, was Autoritäten sagen oder was "jeder" glaubt oder was "offensichtlich" wahr ist (etc.), ohne selbst in der Lage zu sein, die Gründe, Argumente und Beweise nennen zu können, die für ihren Standpunkt sprechen – und üblicherweise ohne den eigenen Standpunkt zu überdenken, wenn sie auf ein Gegenargument keine passende Antwort haben. Das ist besonders unwissenschaftlich.

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Literatur

Zeitschriften

Quellen

[1] Vgl. Albert Einstein in Hans-Jürgen Eysenck, David Nias: Astrologie – Wissenschaft oder Aberglaube? München: List, 1982, S. 106