Mario Sedlak
Wissenschaftstheorie
Siehe auch
Wissenschaft
Hauptthemen

Wirklichkeit

Die Wissenschaft will die Wirklichkeit erforschen. Statt "Wirklichkeit" sagt man auch "Welt", "Natur" u. dgl.

Gibt es überhaupt eine Wirklichkeit?

Die Wissenschaft kann weder beweisen noch muss sie voraussetzen, dass es eine Wirklichkeit gibt. Selbst wenn ich alles nur träume, dann kann ich die Gesetzmäßigkeiten, die in diesem "Traum" gelten, erforschen. Eine Wirklichkeit gibt es per Definition. Im Grunde ist jede Beobachtung "wirklich".

Was gehört nicht zur Wirklichkeit?

Zwar ist im Grunde alles ein Teil der Wirklichkeit, aber Aussagen über die Wirklichkeit muss man schon von anderen Aussagen unterscheiden. Z. B.:

Diese Unterscheidung ist in der Praxis keine Einschränkung, weil man alle diese Aussagen auch so formulieren kann, dass sie Aussagen über die Wirklichkeit sind:

Nicht alles, was man sich vorstellen kann, ist auch wirklich vorhanden. Wirklich ist nur der Gedanke. Ebenso kann jede Beobachtung ein Traum oder eine Sinnestäuschung sein. Welche Beobachtung wie zu deuten ist, kann mittels Erfahrung begründet werden. So erweist es sich einfach als sinnvoll, zwischen Träumen und Wirklichkeit zu unterscheiden.

Gibt es eine "andere" Wirklichkeit?

Die Wissenschaft wird häufig vonseiten der Philosophie und des Glaubens dafür kritisiert, dass sie "nur einen Teil der Wirklichkeit" untersucht – nämlich den, der ihrer Methode zugänglich ist. Aber wenn der "andere Teil der Wirklichkeit" nicht beobachtbar ist, dann halte ich es für müßig, darüber zu streiten. Wenn man Aussagen, die nicht überprüfbar sind, für wahr hält, dann ist das meines Erachtens ein Vorurteil.

Die "wahre" Wirklichkeit

Da es keine absolute Wahrheit gibt, könnte alles nur so aussehen, als ob es so ist. Das "wahre" Aussehen der Dinge, die "Wirklichkeit an sich" können wir nie erfahren. Wir können nur Modelle der Wirklichkeit entwickeln, die mehr oder weniger zuverlässige Aussagen über die Wirklichkeit ermöglichen.

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Modell