Mario Sedlak
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Schmetterling

Definitionen

Worte braucht man, um über eine Sache reden zu können. Natürlich sollen alle Worte einen möglichst präzisen Sinn haben. In der Praxis bleibt immer eine gewisse Ungenauigkeit, weil man nie alle Worte durch andere Worte streng definieren kann. Daher appelliere ich an den guten Willen, ohne den meines Erachtens jede Kommunikation sehr schwierig ist. Das gilt ganz besonders in der Wissenschaftstheorie, wo man über Dinge redet, mit denen wir im Alltag selten zu tun haben und wo uns gemeinsame Erfahrungen fehlen, die als Basis eines gemeinsamen Wortschatzes dienen könnten.

Definitionen sind im Grunde völlig beliebig. Eine Definition kann nie wahr oder falsch sein, allenfalls zweckmäßig oder unzweckmäßig/unüblich. Sogar die Gesetze der Logik sind meines Erachtens nur eine Definition, die sich allein dadurch auszeichnet, dass sie sich bewährt hat.

Definitionen sagen nichts über die Wirklichkeit aus, sind also keine Erkenntnis. Selbst wenn man weiß, wie ein Schmetterling in 100 Sprachen genannt wird, weiß man noch überhaupt nichts über ihn selbst. Nicht immer ist das so offensichtlich. Man kann viel erzählen, was sich bei genauerer Betrachtung als reine Definitionen erweist.

Streit über Definitionen

Die Philosophie fordert für alles eine genaue Definition, weshalb sie von Wissenschaftlern kritisiert wird.

Ich will einen Streit um Worte möglichst vermeiden. Mir reicht es, zu verstehen, was gemeint ist. Wahrscheinlich habe ich deswegen so eine lockere, tolerante Haltung gegenüber Definitionen, weil ich im Mathematik-Studium gelernt habe:

Ob eine Aussage wahr oder falsch ist, hängt nicht davon ab, welche Namen man verwendet. Auf die Bezeichnung kommt's nicht an!

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Unwissenschaftliche Denkweisen