Mario Sedlak
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Unter der Motorhaube von Elektroautos

Energieeffizienz von Elektroautos

Ein Elektromotor hat einen Wirkungsgrad von rund 90%, die Motoren konventioneller Fahrzeuge einen von etwa 30%.[1] Das ist ein gefundenes Fressen für all jene, die Begeisterung für das Elektroauto entfachen wollen. Sie argumentieren:

Ein Elektroauto verbraucht ca. 15–20 kWh/100 km. Das ist der gleiche Energieinhalt wie von 1,5–2 l Benzin oder Diesel. Vergleichbare Autos schlucken jedoch 5–6 l/100 km. Elektroautos sind also dreimal so energieeffizient wie herkömmliche Autos und könnten daher das Energieverbrauchswachstum eindämmen.

Doch der Vergleich hinkt! Aus 1 l Sprit lassen sich bestenfalls 6 kWh Strom gewinnen. In der Praxis kommt der Strom hauptsächlich aus alten Kohlekraftwerken. Dabei gehen sogar 2/3 der Energie verloren, was den Vorteil des Elektroautos ziemlich genau wieder aufwiegt.

Selbst wenn wir die Betrachtung auf den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge und alle vorgelagerten Aufwände ausdehnen, schneidet ein Elektroauto ungefähr gleich wie ein herkömmliches Auto ab. Wegen des gewaltigen Energieaufwands bei der Herstellung von Lithium-Akkus allerdings nur dann, wenn das Elektroauto max. 150 km Reichweite hat (damit es keinen großen Akku braucht) und mindestens 100 000 km mit dem gleichen Akku gefahren wird. Für Gelegenheitsfahrer ist die Herstellung des über hundert Kilogramm schweren Stromspeichers zu energieintensiv. Vgl. Kohlendioxid-Ausstoß von Elektroautos

Zielkonflikte

Die Energieeffizienz von Elektroautos wird verbessert durch:

Gemessene Werte

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Citroen C-Zero

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Nissan Leaf

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Mercedes A-Klasse E-Cell

Der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein (Dekra) hat den Citroen C-Zero (baugleich zu Mitsubishi I-Miev) am Rollenprüfstand getestet und folgende Werte festgestellt:

Laut Messungen des Herstellers BMW kann ein BMW i3 62,5–64,2% der zuvor zum Beschleunigen aufgewandten Energie zurückgewinnen.

Der ÖAMTC hat auf dem klimatisierten Rollenprüfstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien die Elektroautos Smart ForTwo, Mitsubishi I-Miev, Mercedes A-Klasse E-Cell und Nissan Leaf getestet:

Durchschnittlich können vom E-Motor nur 75% des Stroms, der die Ladesteckdose verlassen hat, auch genutzt werden.[3]

Die Verluste entstehen nicht so sehr im Motor, sondern im Akku (beim Laden und Entladen) sowie im Wechselrichter, der Drehstrom für den Motor erzeugt. Neuere Modelle sind aber besser geworden:

Mein Fazit

Die Elektroautofans übertreiben. Ein gutes Elektroauto hat kaum weniger Energieverluste als ein vergleichbares Auto, das mit Benzin oder Diesel fährt – die Verluste entstehen nur an anderer Stelle.

Auch Elektrofahrzeuge sollten leicht sein, da beim Bremsen bei Weitem nicht die ganze Energie zurückgewonnen werden kann.

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Akkus für Elektroautos

Quellen

[1] Verkehrsclub Österreich: Potenziale von Elektro-Mobilität, S. 18
[2] Artikel vom 27.1.2011 auf Heise online – "Reduziert man das Gewicht des Fahrzeugs jedoch um fünf Prozent, spart man gut drei Prozent Energie ein."
[3] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 9.2012, S. 31
[4] ADAC-Autotest: Tesla Model S Performance (PDF, 1 MB), 2013, S. 2, 13 – Differenz von 24,2 kWh mit Ladeverlust und 20,5 kWh/100 km ohne Ladeverlust

Seite erstellt am 18.1.2012 – letzte Änderung am 28.10.2020