Mario Sedlak
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Treibstoff sparen

Der Treibstoffverbrauch eines Autos hängt zu einem großen Teil vom Fahrer ab. Mit Energie sparender Fahrweise können locker ein paar Benzinpreiserhöhungen wettgemacht werden. Trotzdem kenne ich niemanden, der sich ernsthaft bemüht, diese Sparpotenziale auszunützen.

Motor abstellen

Ich kenne keinen einzigen, der an einer roten Ampel den Motor abstellt, obwohl selbst der ÖAMTC schreibt, dass sich das Abstellen bereits ab 20 Sekunden lohnt,[1] und dem darf man wohl Sachkenntnis in der Frage unterstellen. Die (geringfügig) höhere Abnützung ist bei den 20 Sekunden bereits berücksichtigt, sonst würde sich das Abstellen schon in kürzesten Pausen lohnen.

Langsam fahren

Die meisten Autos fahren bei 60–80 km/h im höchsten Gang am sparsamsten. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Luftwiderstand überproportional an. Auch Bremsmanöver vernichten deutlich mehr Energie: Das nachfolgende Wiederbeschleunigen von 120 km/h auf 130 km/h ist genauso energieaufwändig wie ein Beschleunigen von 0 auf 50 km/h.

Langsamfahren ist für die meisten Autofahrer, die ich kenne, ausgesprochen unlustig. Mit 170 km/h über die Autobahn zu "brettern", ist viel lustiger. Da interessiert man sich auch nicht dafür, ob man um ein paar Euro mehr tanken muss und natürlich schon gar nicht für die höhere Umweltbelastung, die man so verursacht.

Auch wenn es Autofahrer nicht gerne hören: Ein Tempolimit von 110 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen wäre die einfachste und am schnellsten umzusetzende Maßnahme, um den Ausstoß von Kohlendioxid im großen Stil zu reduzieren. Der Effekt liegt in der gleichen Größenordnung wie bei einer flächendeckenden Pkw-Maut.[2]

Im hohen Gang fahren

Ein Benzinmotor ist bei niedriger Drehzahl und fast Vollgas am effizientesten. Zwar braucht er dann bei jeder Umdrehung fast die maximale Kraftstoffmenge, aber viel seltener als bei hoher Drehzahl im niedrigeren Gang, in dem Verluste durch den gedrosselten Betrieb entstehen. Der einzige Nachteil des niedertourigen Fahrens ist, dass man Zurückschalten muss, wenn man beschleunigen will (weil man im hohen Gang ja schon fast Vollgas fährt). Die meisten Autofahrer erachten das Zurückschaltenmüssen aber anscheinend als so großen Komfortverlust, dass sie lieber mehr Benzin verbrauchen und mehr Lärm erzeugen.[3]

Die Effizienz eines Dieselmotors fällt im Teillastbetrieb nicht so stark ab wie die eines Benzinmotors, aber auch sie sind im höchstmöglichen Gang am sparsamsten.

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Weblinks

Quellen

[1] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 3/2007, S. 14
[2] Vgl. Verkehrsclub Österreich: Klimaschutz im Verkehr, 2008, S. 30
[3] Ulrich Rapp: Motor-Verbrauchskennfeld eines Viertakt-Ottomotors (PDF), S. 3