Mario Sedlak
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In der gesamten Lufthülle über meinem Kopf befinden sich nur 4 kg CO2.[1] Ein durchschnittlicher Österreicher entlässt aber 10 t pro Jahr in die Erdatmosphäre.

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Glashaus

Kohlendioxid

Die Luft besteht zu 0,04% aus Kohlendioxid (CO2). Das ist sehr wenig – wie kann diese kleine Menge ein Problem sein? Eben weil der Anteil so gering ist, braucht es nicht viel, um ihn zu verändern. Im Jahr 1750 waren erst 0,03% Kohlendioxid in der Luft. Die Steigerung auf 0,04% hat die Menschheit verursacht, hauptsächlich durch die Nutzung von fossiler Energie.

Treibhauseffekt

Kohlendioxid lässt Sonnenstrahlen ungehindert passieren, verhindert aber die Abstrahlung der Wärme zurück in den Weltraum – ähnlich wie das Glas eines Treibhauses. Der Treibhauseffekt durch Kohlendioxid ist nicht wirklich umstritten. Selbst die Klimaskeptiker betonen gerne, dass es ohne Kohlendioxid auf der Erde zu kalt wäre.

Seit 1880 ist es auf der Erde um durchschnittlich 0,85°C wärmer geworden. Dafür ist fast ausschließlich das zusätzliche, vom Menschen freigesetzte Kohlendioxid verantwortlich. Eine höhere Sonnenaktivität, kosmische Strahlen, Vulkanausbrüche, die Weltmeere, natürliche Schwankungen oder Messfehler konnten definitiv ausgeschlossen werden.

Zukunft

Die Durchschnittstemperaturen steigen derzeit um 0,2°C pro Jahrzehnt, d. h. geht alles weiter wie bisher, ist es bis 2100 um 2°C wärmer als im Jahr 2000. Das klingt nicht viel, aber der Unterschied zwischen einer Eiszeit und einer Warmzeit sind auch nur 4–7°C.[2]

Die Erde könnte bis 2100 in eine "Heißzeit" abgleiten. Niemand weiß,

Das Erdklima könnte außer Kontrolle geraten. Um dieses Risiko zu vermeiden, ist es laut Modellrechnungen nötig, den Kohlendioxid-Anteil nicht über 0,04–0,05% steigen zu lassen. Dann sollten die Durchschnittstemperaturen um maximal 2°C ansteigen und die Folgen des Klimawandels noch beherrschbar sein.

Derzeit setzt die Menschheit viele Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr frei. Pro Kopf belegen die USA mit 20 t/Jahr einen "Spitzenplatz". In Indien sind es nur 1,2 t/Jahr. Als gerade noch akzeptabel gelten 2 t/Jahr. Diesen Wert gilt es zu erreichen, wobei klar ist, dass die Industrieländer mehr einsparen müssen als die Entwicklungsländer – oder sollen sie weniger vom Büffet essen dürfen, nur weil sie die Veranstaltung erst später besuchen konnten?

Wir brauchen eine radikale Energiewende. Von der wird zwar schon viel geredet, aber begonnen hat sie noch nicht wirklich: Derzeit steigen die globalen Kohlendioxid-Emissionen um 3% pro Jahr.

Kohlenstoffkreislauf

Kohlendioxid ist ein natürliches Gas, das Menschen und Tiere ausatmen. Pflanzen nehmen das Gas auf und binden es in Form von Biomasse. Deswegen sind Aufforstungen bzw. das Stehenlassen von Wäldern ein Mittel gegen zu viel Kohlendioxid in der Atmosphäre.

Kohlendioxid wird auch bei Vulkanausbrüchen freigesetzt. So wird der Kohlenstoff, der sich z. B. in Ablagerungen am Meeresboden angesammelt hat, im Laufe von Millionen Jahren wieder an die Oberfläche gebracht. Bei der Nutzung von Kohle, Öl oder Gas macht der Mensch im Prinzip dasselbe, allerdings viel schneller.

Es stimmt, dass vor langer Zeit auch schon einmal mehr Kohlendioxid in der Erdatmosphäre war als heute und dass es auf der Erde auch schon einmal bedeutend wärmer war. Selbst wenn die Erde in ein paar Jahrhunderten zu einem "Wüstenplaneten" werden sollte, wird es weiterhin Leben auf ihr geben – jedoch mit vielen Arten, die sich nicht schnell genug anpassen konnten, weniger.

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Aufforstungen

Weblinks

Quellen

[1]
  • An der Erdoberfläche beträgt der Luftdruck 1 bar = 100 000 N/m2.
  • Das entspricht einer Masse von 10 000 kg/m2.
  • Die Luft enthält 0,04% CO2.
  • 10 000 kg · 0,04/100 = 4 kg
[2]