Mario Sedlak
Umweltschutz
Kostenwahrheit
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Kostenwahrheit im Autoverkehr

Die Autofahrer sind sehr erfolgreich damit, sich über die hohen Treibstoffpreise aufzuregen und sich als "Melkkuh der Nation" darzustellen. Nicht einmal die Grünen trauen sich mehr, über eine Steuererhöhung bei Benzin und Diesel laut nachzudenken. Dabei sind die Preise an österreichischen Zapfsäulen viel geringer als in Deutschland und Italien, was uns erheblichen Tanktourismus beschert.

Autofahren ist gewiss kein billiges Vergnügen, aber billig ist auch der Straßenbau nicht. Und indirekt kommt es durch den Autoverkehr zu noch weiteren beträchtlichen Kosten, ausgelöst durch:

Diese indirekten Kosten des Autoverkehrs lassen sich nicht exakt beziffern, aber wissenschaftliche Studien kommen auf hohe Milliarden-Euro-Beträge – weit mehr als die Summe aller Abgaben der Autobesitzer! Insgesamt fehlen so bis zu 19,6 Milliarden Euro/Jahr, d. h. 4000 Euro/Jahr pro Auto, die von der Allgemeinheit und den Betroffenen, denen die Schäden entstanden sind, getragen werden. Die Autofahrer kommen nur für rund 44% der von ihnen verursachten Kosten auf.[1]

Die Autofahrer-Lobbys kommen hingegen zu dem Ergebnis, dass die Pkw-Lenker Nettozahler sind. Wie ist das möglich? Indem sie bei den indirekten Kosten einiges streichen und auf der anderen Seite das Steuer- und Abgabenaufkommen aller irgendwie mit dem Verkehr zusammenhängenden Arbeitsplätze hinzuzählen.[2]

Weiter

Auto: Externe Kosten von Autos
Verkehr/Kostenwahrheit: Kostenwahrheit im Lkw-Verkehr

Weblinks

Quellen

[1] Verkehrsclub Österreich: Klimaschutz im Verkehr, 2008, S. 25
[2] Trend, 2/1998, S. 43