Mario Sedlak
Elektroauto
Umweltschutz
Hauptthemen
Foto
Foto

Think City

Der Think City war eines der ersten Elektroauto-Modelle, die nach dem Ende der Nickel-Cadmium-Akkus 2004 angeboten wurden. Zwar nur ein Kleinstwagen für zwei Personen, aber immerhin "ein richtiges Auto" – keine "Seifenkiste".[1] Der Think City wurde ab 2007 in Norwegen verkauft und spätestens ab 2010 in Österreich. Bis dahin waren neue Elektroautos hauptsächlich Elektro-Leichtfahrzeuge.

Der Hersteller wurde 2012 zahlungsunfähig. Seitdem wurden keine Thinks mehr produziert.

Daten

Leergewicht: 1113 kg (mit Fahrer?![2])
maximale Zuladung: 194 kg (inkl. Menschen)
maximale Anhängelast: 0 kg[3]
nutzbare Akkukapazität: 23 kWh (von theoretischen 28,2 kWh)[4]
Akkugewicht: 243 kg[5]
Motorleistung: 17 kW (mit 30 kW Höchstleistung?!)[6]
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Kofferraumvolumen: 650 l

Akku

Standby-Verbrauch

Die Besonderheit des Think City ist ein Zebra-Akku, der ständig auf einer Temperatur von rund 300°C gehalten wird. Dafür verbraucht er ca. 100 W (= 2,4 kWh/Tag).[7] Ein Elektroauto mit Zebra-Akku ist also eigentlich eine rollende Nachtspeicherheizung. Für ein Auto, das nur wenige Stunden pro Tag bewegt wird, ist dieser Akku-Typ ineffizient.

Inklusive "sonstige Geräte" verbrät der Think City bis zu 4 kWh/Tag.[8] Ein Nutzer berichtete einen gemessenen Standby-Verbrauch von 2,5–3 kWh/Tag.

Ladezeiten

Der Think City ist nicht schnellladefähig. Die Aufladung des Akkus erfolgt über eine gewöhnliche 230-V-Steckdose (3,6 kW) und dauert 7 Stunden von 0–80% sowie weitere 4 Stunden für 80–100%.[9]

Aufladeverlust

24,5%[10]

Leistung

Wenn der Akku weniger als 10% geladen ist, wird die Leistung des Elektroautos etwas reduziert. Nahe 0% sinkt die Leistung "deutlich". Ebenso kann die Leistung bei einer längeren Vollgasfahrt reduziert werden, um den Akku vor Überhitzung zu schützen.[11]

Haltbarkeit

Der Akku sollte nie vollständig entladen (leergefahren) werden, sondern immer so voll wie möglich geladen sein. Fahrten bei einer Akkuladung unter 20% sind auf Dauer schädlich für den Akku und sollten daher vermieden werden.[12]

Die Akkubeheizung während Stehzeiten kann ausgeschaltet werden, jedoch sollte das "nicht zu häufig" passieren. (Außerdem dauert die Wiederaufheizung, bevor das Auto wieder genutzt werden kann, bis zu 30 Stunden. – Also nur bei längerer Nichtbenutzung des Autos sinnvoll)[13]

Datenübertragung

Der Akku wurde vermietet und ständig überwacht. Ein eingebautes GPRS-Modem sendete Statusinformationen über das Mobilfunknetz an den Hersteller.[14]

Lithium-Akku

Später wurde der Think City auch – wie alle modernen Elektroautos – mit Lithium-Akku angeboten. Bei dem entfällt der hohe Standby-Verbrauch. Dafür sinkt im Winter die nutzbare Kapazität.

Auf den Lithium-Akku wurde eine Garantie von 5 Jahren bei maximal 100.000 km gegeben.[15]

Verbrauch und Reichweite

Erfahrungsberichte

Sonstige Testergebnisse

Die Verarbeitung ist gerade noch akzeptabel, die Materialien wirken eher billig, werden aber dem Leichtbau gerecht. ...

Dass beim getesteten Elektrofahrzeug weder eine stromsparende LED-Beleuchtung noch eine effizientere Form der Innenraumheizung als die verwendete Wasserheizspirale verbaut ist, erstaunt. ...

Der Wendekreis ist mit 9,4 m gering und unterstützt die Wendigkeit im urbanen Verkehr. Jedoch fiel die Differenz von 9,4 m rechts zu 8,7 m links relativ groß aus. Die Lenkung ist mit 3,6 Umdrehungen eher indirekt ausgefallen. Der Geräuschpegel im Innenraum ist bei 60 km/h mit 64 dB(A) verhältnismäßig laut, was dem Think City in diesem Punkt die Note "schlecht" einbringt. ...

Die Innenmaße bieten auch größeren Personen genügend Platz. Besonders die Kopffreiheit ist mit 105 cm angenehm groß. Eher beengend fällt die Innenbreite von 126 cm aus. ...

Der Think City ist ein alltagstaugliches Fahrzeug für den Nahverkehr.[19]

Erfahrungsberichte

Varianten

Neben dem Akkutyp können sich Think Citys in der Ausstattung unterscheiden, z. B. ESP oder im Kofferraum eine zusätzliche Sitzbank für Kinder haben.[20]

Vom Vorgängermodell A266, das von 1999–2002 gebaut wurde, gibt (oder gab) es in Deutschland nur "eine Hand voll" Exemplare.[21]

Kosten

Der Think City mit Zebra- oder Lithium-Akku wurde in Österreich 2010 um 35 760 € inkl. MwSt. angeboten.[22]

Im Sommer 2012 wurden Restbestände des Think City aus dem europäischen Lager im Rahmen einer Verkaufsaktion in Österreich und Deutschland um rund 16 000 € (inkl. MwSt.) angeboten.[23]

Vergangenheit

Ford war von 1999–2003 Haupteigentümer des Think-Herstellers. 2002 hat Ford die weitere Produktion gestoppt und Leasing-Verträge gekündigt. 440 in den USA verleaste Thinks sollten verschrottet werden. Durch Proteste von Greenpeace und anderen konnte das verhindert werden.

Weiter

Fiat Karabag 500 E

Quellen

[1] Artikel (PDF) in der Zeitschrift Photon, 9.2007, S. 31 (im PDF S. 2)
[2] Think City Bedienungsanleitung (PDF, 2 MB), S. 6-4 (im PDF S. 100)
[3] Think City Bedienungsanleitung (PDF, 2 MB), S. 4-19 (im PDF S. 69)
[4] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 11
[5] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 11
[6]
[7] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 6
[8] Wesentliche Ergebnisse der E-Mobilitäts-Modellregion VLOTTE (PDF), S. 4, Abb. 3 – Das angesteckte Fahrzeug zieht 121 + 45 = 166 W aus dem Netz (über 1 Tag gemessen). Das sind 24*166/1000 = 3,984 kWh/Tag.
[9] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 7
[10] Wesentliche Ergebnisse der E-Mobilitäts-Modellregion VLOTTE (PDF), S. 4
[11] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 9
[12] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 6, 9
[13] Think City Akku Gebrauchsanweisung Zebra Z36 (PDF), S. 6
[14] Artikel (PDF) in der Zeitschrift Photon, 9.2007, S. 36 (im PDF S. 4)
[15] Angebot auf Raiffeisen-Leasing.at, 2010 (nicht mehr aufrufbar)
[16] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 5/2010, S. 28
[17] Wesentliche Ergebnisse der E-Mobilitäts-Modellregion VLOTTE (PDF), S. 4
[18] TCS: Test Elektrofahrzeug Think City, 27.10.2010 (nicht mehr aufrufbar)
[19] TCS: Test Elektrofahrzeug Think City, 27.10.2010 (nicht mehr aufrufbar)
[20] Wikipedia: Think City
[21] Website eines Nutzers, Zugriff am 22.10.2013 (nicht mehr aufrufbar)
[22] Angebot auf Raiffeisen-Leasing.at, 2010 (nicht mehr aufrufbar)
[23] Beitrag auf Stromfahren.at, Zugriff am 28.7.2013 (nicht mehr aufrufbar)