A-

Berechnungformel von Wikipedia
Jede Frequenz wird mit einem Gewichtungsfaktor multipliziert, um aus dem physikalischen Schalldruck eine Schätzung für die wahrgenommene Lautstärke zu erhalten. (Bei Verwendung von Dezibel, wie in der Grafik dargestellt, wird addiert statt multipliziert.)
Dezibel A-bewertet
(Abkürzung: dB (A))
Wie laut der Mensch einen Schall mit gewisser physikalischer Stärke hört, hängt von dessen Frequenz ab. Jeder Schall ist eine Zusammensetzung von einer oder mehreren Frequenzen. Misst man für jede hörbare Frequenz getrennt den Schalldruck und multipliziert diesen mit einem eigenen Gewichtungsfaktor, der die Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs für diese Frequenz berücksichtigt, dann ist die Summe ein sehr einfaches Maß für die wahrgenommene Lautstärke.
Wie der Schallpegel wird das so ausgerechnete Maß in der Einheit Dezibel ausgedrückt. Das A nach dem Einheitennamen bezeichnet bestimmte genormte Gewichtungsfaktoren, die angewandt wurden, und dient auch als Unterscheidung der Maßzahl vom rein physikalischen Schallpegel. "Bewertet" heißt in dem Zusammenhang nichts anderes als "gewichtet".
Vorteile
- einfache Berechnungsweise
- daher auch in billigen Schall-
Messgeräten enthalten - weltweit gängige Lautstärke-
Maßeinheit
Überschätzung und Unterschätzung der Lautstärke von 40 phon durch die A-

Bei 40 phon stimmt die A-Bewertung noch relativ gut.
Überschätzung und Unterschätzung der Lautstärke von 80 phon durch die A-

Bei 80 phon wird die Lautstärke tiefer Töne von der A-Bewertung deutlich unterschätzt.
Überschätzung und Unterschätzung der Lautstärke von 100 phon durch die A-

Bei Disco-
Nachteil
Entspricht nur grob der empfundenen Lautstärke, denn:
- Es werden nicht die exakten Gewichtungsfaktoren genommen, sondern diese werden mit einer einzigen Kurve (ohne Ausbuchtungen) angenähert. (Siehe Diagramme) Dadurch werden manche Frequenzen in der Lautstärke unterschätzt, andere überschätzt.
- Der menschliche Hörsinn ist nicht so einfach aufgebaut.
- Selbst die besten Gewichtungsfaktoren gelten exakt nur für einzelne Frequenzen mit einer bestimmten (bei der A-Bewertung: geringen) Lautstärke.
- Ist das zu messende Geräusch lauter oder eine Mischung verschiedener Frequenzen, wird mit den A-bewerteten Dezibel die Lautstärke oft stark unterschätzt.
Größenordnungen
- niedrige Frequenzen (< 1 kHz) von A-Bewertung um bis zu 20 dB unterschätzt[1]
- hohe Frequenzen (~4 kHz) bis zu 10 dB zu leise[2]
- bei breiten Frequenzmischungen oder impulsiven Geräuschen 10–
20 dB zu niedrig[3] - leises Rauschen (von Audioaufnahmen) gut 10 dB geringer als bei Bewertung nach ITU-R (CCIR) 468-3
- In der Praxis kann von zwei vergleichbaren Geräuschquellen mit gleichem A-bewerteten Schallpegel eine 30% lauter als die andere sein (auf der Sone-
Skala).[4] - In theoretischen Vergleichsbeispielen kann sich die Lautheit in Sone für zwei Geräusche mit den gleichen A-bewerteten Dezibel um 450% unterscheiden.[5]
Mehr im Vergleich von Maßeinheiten für die Stärke von Schall
Gebräuchliche Vorsätze
Dezibel werden nie mit einem anderen oder ohne Vorsatz verwendet.
Schreibweise
Schallpegel (egal ob bewertet oder unbewertet) werden immer auf ganze Dezibel gerundet angegeben, da 1 dB in etwa der kleinste hörbare Lautstärkeunterschied ist. In Zwischenrechnungen dürfen/sollen jedoch Nachkommastellen verwendet werden.[6]
Die Einheit wird oft als dBA, dBA oder dB(A) abgekürzt. Gemäß internationaler Konventionen ist das eigentlich unzulässig, da an die genormten Einheiten keine Kürzel darangestellt werden dürfen.[7] Ich erachte eine derartige Zusatzinformation in dem Fall aber für sinnvoll. Auch für Licht und Radioaktivität haben die auf den Menschen bezogenen Maße eigene Einheitennamen, was Verwechslungen vorbeugt. Als Kompromiss schreibe ich einen Abstand zwischen Maßeinheit und Klammer: dB (A). So sieht die Klammer nicht wie ein Bestandteil der Maßeinheit aus, und die Information ist dennoch angegeben. Nur innerhalb einer Formel (z. B. 50 dB + 10 dB) lasse ich das "(A)" weg.
Vergangenheit
Die A-Bewertung wurde 1936 eingeführt. Damals waren Messgeräte noch keine Computer. Die Gewichtungsfaktoren mussten durch Schaltkreise mit Kondensatoren und Spulen nachgebaut werden. Deswegen verwendet die A-Bewertung nicht die idealen Faktoren, sondern eine stark vereinfachte Kurve.
A-
Wissenschaftler dachten, dass diese vereinfachten Bewertungsfunktionen nur vorübergehend verwendet werden, bis bessere Verfahren technisch möglich sind.[8] Doch das vermeintliche Provisorium setzte sich weltweit durch und ist heute noch Standard. Man einigte sich sogar darauf, die A-Bewertung für alle Lautstärken zu verwenden, obwohl sie nie dafür gedacht war.
Kritik
Man einigte sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, was den Lärmverursachern natürlich sehr recht war. Denn die Ausweitung der Korrekturmethode für den leisen Schall auf alle Schallmessungen führt zu deutlich niedrigeren Werten bei mittlerem und lautem Schall.[9]
Bei breitbandigen Geräuschen – diese treten in der Praxis am häufigsten auf – ergeben sich ... zu niedrige Messwerte. Wegen dieser Abweichung der Ergebnisse beschloss man, die einfachen Geräte nicht mehr als Lautstärkemesser, sondern nur noch als Schallpegelmesser zu bezeichnen. Handel und Industrie waren zufrieden; der A-bewertete Schallpegel fand schnell Eingang in die Gesetzgebung der Lärmvorschriften.
Bei der Messung des Umweltlärms ist bereits seit einigen Jahrzehnten die A-Bewertung vorgeschrieben. Dieses Vorgehen wurde und wird immer wieder stark kritisiert, da der Lärm in der Regel höhere Lautstärkepegel ... aufweist und somit eher eine B- oder C-Bewertung angemessen wäre. Nichtsdestotrotz ist der A-bewertete Schallpegel international das Kriterium, auf dessen Grundlage rechtliche Entscheidungen (z. B. über Verpflichtungen zum Lärmschutz) getroffen werden.[10]
Immer wieder wundern sich Lärm-
Andererseits scheinen viele Messgeräte für A-bewertete Dezibel Ultraschall mitzumessen, weil die Gewichtungskurve für hohe Frequenzen nicht steil abfällt.[11] In der Praxis dürfte das weniger ein Problem sein, da vermutlich nicht viele Lärmquellen hohe Anteile an Ultraschall aussenden.
Meine Meinung
Wissenschaftlich und technisch gibt es längst keinen Grund mehr, die Lautstärke mit der grob vereinfachenden A-Bewertung zu berechnen. Phon und Sone sind bessere Skalen, und für diese sind inzwischen auch gute Messgeräte verfügbar.
Vergleich
A-
Weiter
Quellen
[1] | Messverfahren für Geräuschempfindungen (PDF), S. 4 | ||
[2] | Messverfahren für Geräuschempfindungen (PDF), S. 4 | ||
[3] | Walter Reichardt: Lautstärke, Lautheit, Lärm (PDF, 2 MB), 1966, S. 16 (im PDF S. 15) | ||
[4] |
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[5] | Jürgen Muck, Akustiktest.de: Luftschallmessung – messen, was man hört (PDF), S. 5f. – Schmalbandiges versus breitbandiges Rauschen | ||
[6] | Umweltbundesamt: Umweltinformation Lärm: technischer Teil (PDF, 5 MB), 1994, S. 5 (im PDF S. 11) | ||
[7] | PTB- | ||
[8] | Messverfahren für Geräuschempfindungen (PDF), S. 7 | ||
[9] | Messverfahren für Geräuschempfindungen (PDF), S. 4 | ||
[10] | Fraunhofer-[11]
| Englische Wikipedia, Artikel "A- | |