Mario Sedlak
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Sone
(Abkürzung: sone)

Sone sind eine Maßeinheit für die wahrgenommene Lautstärke, die heutzutage vor allem bei Tests von Computer-Zubehör, Klimaanlagen, Autos und anderen (meist eher leisen) Dingen verwendet wird. Zur Unterscheidung von anderen Lautstärke-Einheiten wird im Zusammenhang mit Sone von "Lautheit" gesprochen.

Diagramm

Quelle: Wikipedia

So kommt man von Phon zu Sone (oder umgekehrt).

Definition

Sone werden genau so wie Phon gemessen. Nur wird die Phon-Zahl umgerechnet, sodass sie sich verdoppelt, wenn durchschnittliche Menschen die "doppelte" Lautstärke hören:

Vorteile

Nachteile

Wie bei Phon ist die Berechnung problematisch, weil man praktisch den gesamten Hörsinn des Menschen modellieren muss, aber dieser ist noch gar nicht bis in alle Details bekannt.

Vergangenheit

Zukunft

Auch oberhalb von 90 phon scheint sich die wahrgenommene Lautstärke rascher als erst bei einem Zuwachs von 10 phon zu verdoppeln.[4] Evtl. wird sich also die Definition der Sone noch einmal ändern ...

Gebräuchliche Vorsätze

Wie für andere Schall-Maßeinheiten sind auch für Sone keine Vorsätze üblich.

Größenordnungen

<0,1 sone ausreichend leise, sodass auch bei Dauerbelastung nicht störend
1 sone "durchaus hörbar", d. h. kann bereits nerven
2 sone evtl. noch akzeptabel, wenn es sowieso Hintergrundgeräusche von Computern, Klimaanlagen oder dgl. gibt

Mehr im Vergleich von Maßeinheiten für die Stärke von Schall

Irrtümer

Sone berücksichtigen nicht die Lästigkeit von Schall. Mit Sone werden keineswegs besonders störende Frequenzen höher bewertet. Es werden vielmehr alle Frequenzen entsprechend der dabei wahrgenommenen Lautstärke gewichtet. Wie angenehm oder störend die klingen, ist subjektiv und hat keinen Einfluss auf die Lautheit in Sone.

Richtig ist lediglich, dass im Vergleich zur A-bewerteten Dezibel-Skala, die dem menschlichen Hörempfinden nur sehr grob entspricht, etliche Frequenzen höher gewichtet werden. Möglicherweise sind da auch Frequenzen darunter, die im konkreten Fall als störend empfunden werden.

Kritik

Meine Meinung
  • Zwei Autos klingen nicht doppelt so laut wie eines, sondern erst zehn Autos. Was also soll "doppelt so laut" bedeuten?
Offensichtlich bezieht sich "doppelt so laut" auf die wahrgenommene Empfindungsstärke im Hörzentrum des Gehirns.
  • Was die Menschen als "doppelt so laut" empfinden, schwankt je nach Studie zwischen +2 und +24 phon.[5]
Es wäre in der Tat erstaunlich, wenn unser Hörsinn genau den Faktor 10 verwenden würde. Für eine Maßeinheit, die dem durchschnittlichen Hörempfinden entsprechen soll, ist der Zusammenhang aber ausreichend. Die meisten Studien fanden ungefähr 10 phon pro Lautheitsverdopplung.
  • Ein Presslufthammer soll 64 Mal so laut wie ein normales Gespräch sein. Ist so etwas überhaupt vorstellbar?
Versuchspersonen haben kaum Probleme damit, die Lautstärke mittels Regler "auf die Hälfte" zurückzustellen oder "auf das Doppelte" zu erhöhen.[6] Das genügt bereits, um die Sone-Skala zu definieren.
  • Wozu brauchen wir eine "gefühlte Lautstärke"? Wir haben auch keine Maßeinheit für "gefühlte Temperaturverdopplung"!
Die gefühlte Lautstärke ist für alle Arten von Lärmbelästigung die passendste Maßeinheit.

Für Schall schwankender Lautstärke

Der Lärm z. B. an einer Hauptstraße ist nicht konstant. Um anzugeben, wie laut es "im Durchschnitt" ist, wird normalerweise nicht einfach ein Durchschnittswert der gemessenen Sone ermittelt, sondern die Lautheit, die in nur 5% der Zeit überschritten wird. Studien zeigten, dass diese Zahl besser als der Durchschnitt mit dem Lautheitsurteil von Menschen übereinstimmt. Als Hinweis auf diese Vorgehensweise wird das Formelzeichen N5 benutzt. Die Einheit ist ebenfalls Sone.[7]

Abgeleitete Einheit

Die wahrgenommene Lautstärke eines Frequenzgemisches hängt von der Verteilung der Frequenzen ab, wobei der Hörsinn diese zu 24 Frequenzblöcken zusammenfasst, deren Breite unterschiedlich ist, weshalb sie nicht in Hertz, sondern in der Einheit "Bark" angegeben werden. (1 Block = 1 Bark) In Hörmodellen kommt daher die spezifische Lautheit mit der Einheit Sone pro Bark vor.[8]

Weiter

Probleme mit Maßeinheiten für die wahrgenommene Lautstärke

Quellen

[1] Walter Reichardt: Lautstärke, Lautheit, Lärm (PDF, 2 MB), 1966, S. 6 (im PDF S. 5) – "Zu leicht tritt bei großen Lautstärkepegeln (Lärmbekämpfung) der Trugschluss auf, dass eine Lärmminderungsmaßnahme, die nur wenige Phon Verbesserung gebracht hat, von geringem praktischen Wert sei."
[2] Umweltbundesamt: Umweltinformation Lärm: technischer Teil (PDF, 5 MB), 1994, S. 2 (im PDF S. 8)
[3] Walter Reichardt: Lautstärke, Lautheit, Lärm (PDF, 2 MB), 1966, S. 6 (im PDF S. 5)
[4] Arne von Ruschkowski: Lautheit von Musik (PDF, 22 MB), Dissertation, S. 78f.
[5] Arne von Ruschkowski: Lautheit von Musik (PDF, 22 MB), Dissertation, S. 81
[6] Walter Reichardt: Lautstärke, Lautheit, Lärm (PDF, 2 MB), 1966, S. 5 (im PDF S. 4)
[7] Fraunhofer-Institut für Bauphysik: Wirkungsbezogene Gesamtlärmsimulation und -bewertung (PDF, 3 MB), 2013, S. 21
[8] Jürgen Muck, Akustiktest.de: Luftschallmessung – messen, was man hört (PDF), S. 5