Mario Sedlak
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Teure Fernwärme-Ablesefirmen

Die Ista International GmbH, die Wärmeverbräuche abliest und abrechnet, erwirtschaftete laut Konzernabschluss im Jahr 2011 eine Umsatzrendite von 31,3%. Normal sind 5–10%. Grob gesagt, sind ihre Preise also um 20% höher, als es auf einem funktionierenden Markt zu erwarten wäre. Konkurrent Techem hat eine Traumgewinnspanne von fast 40%.

Wie ist das möglich?

Die Ablesefirma wird vom Vermieter beauftragt, und dieser ist nicht verpflichtet, das günstigste Angebot anzunehmen. Ihm können die Kosten egal sein, weil er sie einfach an die Mieter weiterverrechnet. Nur wenn eine Firma deutlich teurer als andere wäre, dürfte er die nicht nehmen. Nachdem aber alle großen Ablesefirmen teuer sind, ist das kein Problem. Die Firmen lassen sich auch allerhand einfallen, um den Vermietern immer teurere Geräte und immer mehr Serviceleistungen aufzuschwatzen, kritisiert der Mieterverein Hamburg.

Der Mieter bekommt davon wenig mit. Die Messkosten werden nicht immer – wie auf der Strom- und Gasrechnung – extra ausgewiesen. In Deutschland fand ein Verbraucherschützer Fälle, wo die Messkosten zwischen 4 und 19% des Gesamtbetrags ausmachten. Manche zahlen für die gleiche Dienstleistung 70% mehr als andere; insgesamt zahlen die Deutschen 195 Millionen €/Jahr zu viel, ergab eine Studie von "Co2online" und "Heizspiegel.de".

Es ist offensichtlich, dass es wenig Preiswettbewerb in der Branche gibt. Auffallend ist weiters, dass kaum ausländische Anbieter in den Markt eintreten. Solange den Firmen aber keine Absprachen nachweisbar sind, haben die Aufsichtsbehörden keine Handhabe. Keine Firma hat, für sich genommen, eine marktbeherrschende Stellung. Das deutsche Bundeskartellamt untersucht derzeit dennoch den Markt.

Aufwachen!

Interessanterweise scheint in Österreich niemand von Abzocke durch die Ablesefirmen zu sprechen.

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