Mario Sedlak
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Meine Waschmaschine (Gorenje WA 811 X)

Waschmaschine

Ich habe noch eine alte Waschmaschine von meiner Mutter ohne Elektronik. Sie zeigt keine Anzeichen von geplantem Kaputtgehen. Einmal ist sie jedoch ausgelaufen, weil das Sieb nicht mehr von alleine hält. Ich habe es mit einem Spanngurt befestigt und lasse sie nicht mehr unbeaufsichtigt waschen.

Verwendung

Ich schalte die Maschine nur voll ein, d. h. so viel gefüllt, wie leicht reingeht. Beim Waschgang fällt es dann ohnehin zusammen, aber zu vollgestopft vermindert die Reinigungswirkung und es können Waschmittelreste auf der Wäsche zurückbleiben.

Wenn nur ein Stück, das die Maschine nicht ganz füllt, gewaschen wird (z. B. ein Badezimmerteppich), kann beim Schleudern eine starke Unwucht entstehen, die das Gerät zerstört.

Weichspüler verwende ich nicht. Die Wäsche wird davon nicht sauberer. Die Chemikalien belasten aber Gewässer.

Feinwäsche schleudere ich nur mit geringer Drehzahl.

Handtücher, Geschirrtücher, Bettwäsche, Unterwäsche und weiße Sachen wasche ich mit 60°C, sofern sie es laut Etikett aushalten. Alles andere mit 30–40°C

Nach dem Waschen trockne ich die Maschine und lasse sie mit geöffneter Tür und Schublade stehen, bis ich sie wieder brauche.

Ökobilanz

Waschmaschinen zählen zu den größeren Verbrauchern im Haushalt. Während ihres gesamten "Lebens" teilen sich ihre Umweltbelastungen in etwa so auf:[1]

Um die verschiedenen Umweltwirkungen in eine einzige Zahl summieren zu können, wurde eine Ökobilanz nach der Methode der ökologischen Knappheit verwendet.

Kritik

Moderne Waschmaschinen sind erheblich effizienter als ihre Vorgänger aus dem vorigem Jahrhundert. Allerdings wird das zum großen Teil mit einem Trick erzielt: Sie waschen kühler als angegeben. Statt der gewählten 60°C sind es z. B. nur 45°C, bei einer Maschine gar nur 26,9°C. Das spart viel Strom. Durch eine lange Waschzeit von 3 Stunden geht der Schmutz trotzdem raus. Die Zeit ist mir egal, aber man muss es wissen. Ich will selbst entscheiden, welche Temperatur das Wasser haben soll, z. B. um Krankheitserreger abzutöten.

Ein Nachteil der längeren Waschzeit könnte auch sein, dass die Wäsche schneller verschleißt. Das hängt davon ab, was für die Textilien schlechter ist: mehr Abrieb oder höhere Temperaturen.

Vorzeitiger Neukauf?

Als Ersatz für eine Waschmaschine aus dem Jahr 1990 hat eine moderne, effiziente nach 4 Jahren die graue Energie, die zu ihrer Herstellung nötig war (ca. 1000 kWh), zurückgewonnen.[2] Weil in den Maschinen allerdings auch viele hochwertige Materialien enthalten sind, wird dem umweltbewussten Konsumenten empfohlen, keine funktionierenden Waschmaschinen zur Entsorgung zu geben.

Reparieren lassen?

Laut einer Schweizer Ökobilanz lohnt sich für eine mehr als 7 Jahre alte Waschmaschine allenfalls noch eine minimale Reparatur, die max. 10% des Neupreises kostet. Bei größeren Schäden ist ein Neugerät umweltfreundlicher.[3]

Auch rein wirtschaftlich sind Reparaturen in dem Alter eher kein gutes Geschäft. Ein Freund von mir investierte 250 €, und die alte Waschmaschine war nach einem halben Jahr erst wieder kaputt, diesmal endgültig (Wasserschaden im Motor).

Effizienz verbessern lassen?

Das Wiener Reparatur- und Servicezentrum (RUSZ) hat angeboten, alte Waschmaschinen sparsamer zu machen. Das Trick dahinter war erstaunlich einfach:

Wir sorgen dafür, dass in den sensiblen Waschphasen, wenn aufgeheizt wird, weniger Wasser zuläuft. Das spart 30 Prozent Wasser und 20 Prozent Strom.

Die Waschleistung soll dadurch nicht leiden. Das habe eine Vergleichsstudie belegt.

Ich bin da skeptisch. Es bleibt die Frage offen, wieso die Hersteller nicht selbst auf diese einfache Idee gekommen sind.

Weiter

Geplantes Kaputtgehen von Waschmaschinen – Zweifelhafte Behauptungen

Weblinks

Quellen

[1] Schweizerische Agentur für Energieeffizienz: Altgeräte ersetzen oder reparieren? (PDF), S. 3
[2] Schweizerische Agentur für Energieeffizienz: Altgeräte ersetzen oder reparieren? (PDF), S. 3
[3] Schweizerische Agentur für Energieeffizienz: Altgeräte ersetzen oder reparieren? (PDF), S. 3