Mario Sedlak
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Ökostrom-Förderung

Die Produktion von Ökostrom ist i. A. teurer als Strom, der in herkömmlichen Kraftwerken erzeugt wird. Nicht nur aus Umweltschutz-Gründen ist es jedoch wichtig, in erneuerbare Energie zu investieren. Deshalb werden Ökostrom-Kraftwerke in vielen Ländern subventioniert.

Einmalige Zuschüsse und Einspeisetarife

Besitzer von Ökostrom-Kraftwerken bekommen entweder

Die folgende Tabelle stellt die in Österreich gewährten Förderungen einem Großhandels-Marktpreis von 4,5 Cent/kWh gegenüber (Stand: 2012, vgl. aktuellen Großhandels-Marktpreis).

Kraftwerkstyp Durchschnittlicher Investitionszuschuss bzw. Einspeisetarif[1] Nettoförderung
Kleinwasserkraft 0,4–1,5 €/W 0,4–1,5 €/W
Windkraftwerke 9,5 Cent/kWh 5,3 Cent/kWh

(inkl. 0,3 Cent/kWh, welche der Ausgleich von Prognosefehlern kostet[2])

Erdwärme-Kraftwerke 7,5 Cent/kWh 3,0 Cent/kWh
Biomasse-Kraftwerke 5,8–18,5 Cent/kWh 1,3–14 Cent/kWh
Solarzellen 19,0–27,6 Cent/kWh 14,5–23,1 Cent/kWh

Man erkennt große Unterschiede beim Förderbedarf der verschiedenen Kraftwerksarten. Die Förderungen werden letztlich von allen Stromkunden bezahlt (pro Kopf 34–40 €/Jahr[3]).

Zusätzlich gibt es tw. auch noch Zuschüsse der Bundesländer oder aus anderen "Töpfen". Die Lage ist ziemlich kompliziert und ändert sich laufend. Wer sich Solarzellen auf's Dach montieren will oder in eine andere Form der Ökostromproduktion investieren will, sollte sich ausreichend Zeit nehmen und sich genau informieren. Da in anderen Staaten Europas tw. höhere Tarife bezahlt werden, ist der Ökostrom-Ausbau in Österreich seit 2006 ins Stocken geraten. Erst 2010 erfolgte nach einer Anhebung der Einspeisetarife wieder ein nennenswerter Zubau.

Verwertung

Der erzeugte Ökostrom wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist und auf alle Stromanbieter aufgeteilt. Daher hat jeder Stromanbieter in seiner Stromkennzeichnung einen gewissen Anteil (knapp 10%) erneuerbarer Energie.

Wenn du zusätzlich den Bau neuer Ökostrom-Kraftwerke fördern willst, kannst du zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln.

Zukunft

Es wird erwartet, dass die Kosten von Solarzellen weiter sinken. In Süditalien ist der selbst produzierte Solarstrom bereits billiger als Strom vom Stromanbieter. Ohne Förderung lohnt sich die Anschaffung aber nur, wenn man den Solarstrom auch immer selbst verbrauchen kann, denn wie du an obiger Tabelle sehen kannst, ist der Verkauf am freien Strommarkt noch lange nicht kostendeckend.

Bei allen anderen Ökostrom-Kraftwerken rechnet derzeit niemand damit, dass sie in den nächsten 10 Jahren marktreif werden. Die Ökostrom-Förderung muss vielleicht sogar erhöht werden, weil die besten Standorte bereits vergeben sind.[4]

Längerfristig wird schon erwartet, dass Ökostrom die Erzeugungskosten von konventionellem Strom unterbieten kann.[5] Das heißt aber noch nicht unbedingt, dass die Ökostrom-Förderung überflüssig wird, denn gerade wenn es viel Wind und/oder Sonne gibt, sinkt der Preis an der Strombörse bis auf 0.[6] Anstatt weiter zu fördern, sollte meiner Meinung nach jedoch die Ursache des Preisverfalls an der Wurzel beseitigt werden, indem mehr Netz- und Speicherkapazitäten geschaffen werden. Wenn der Preis auf 0 sinkt, dann ist das ein Zeichen für einen nicht verwertbaren Stromüberschuss.

Weiter

Argumente pro und contra Ökostrom-Förderung

Siehe auch

Weblinks

Quellen

[1] E-Control: Ökostrombericht 2012 (PDF, 4 MB), S. 88 und 18
[2] E-Control: Ökostrombericht 2012 (PDF, 4 MB), S. 52
[3] E-Control: Ökostrombericht 2012 (PDF, 4 MB), S. 29
[4] E-Control: Ökostrombericht 2012 (PDF, 4 MB), S. 60
[5] Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE): Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien (PDF, 9 MB), Studie von 11.2013, S. 2 (im PDF S. 4)
[6] Agora Energiewende: 12 Thesen zur Energiewende (PDF, 3 MB), 2012, S. 22 (im PDF S. 24)