Stromnetzausbau
Brauchen wir immer noch mehr Stromleitungen? Leider ja!
Gründe
- Das Stromnetz wurde nicht für einen Stromhandel heutigen Ausmaßes geplant. Die Stromleitungen über Staatsgrenzen sollten in erster Linie die Versorgungssicherheit im Notfall gewährleisten.[1]
- Seit der Strommarkt-
Liberalisierung werden Kraftwerke hauptsächlich preisgetrieben eingesetzt. Es ist daher mehr Strom über größere Entfernungen zu transportieren. - Unrentable (ineffiziente) Wärmekraftwerke wurden stillgelegt und hinterließen Regionen mit einem ständigen Strommangel, die von weit entfernten Kraftwerken versorgt werden müssen.
- Errichtung vieler Windkraftwerke und Solarzellen, welche auf ein starkes Stromnetz besonders angewiesen sind
- Ständiges Stromverbrauchswachstum
Zukunft
Wenn wir die Stromerzeugung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen wollen, dann werden wir ein viel besseres Netz als heute brauchen. Nur wenn sich die schwankende Erzeugung von Windkraftwerken und Solarzellen weiträumig ausgleichen lässt, entfällt das Problem der teuren und/oder ineffizienten Stromspeicherung vor Ort. Der verbleibende Ausgleich kann mit den Pumpspeicherkraftwerken, die es großteils heute schon gibt, bewerkstelligt werden.
Ein Stromnetz in der Nordsee zum Anschluss vieler Windkraftwerke im Meer ist bereits in Planung. Weiter in der Zukunft liegt ein leistungsfähiges Supernetz, das dem derzeitigen überlagert ist und ganz Europa sowie Nordafrika miteinander verbindet. So ein Netz würde die Energiewende besonders kostengünstig machen, weil die Energie dort "geerntet" werden kann, wo die Erträge am größten sind. Im Vergleich zu diesem Effizienzgewinn (100% und mehr) sind die Transportverluste (10–
Der Schlüssel zu einer Stromzukunft ohne fossile Energie und Atomkraftwerke ist der Stromnetzausbau! Im Gegensatz zu anderen Konzepten bleibt hier der Strom günstig und wir müssen auf keine neuen, revolutionären Erfindungen zur Stromspeicherung warten. Alle benötigten Technologien sind bereits vorhanden! Es braucht nur den Willen der Politik – und Einsicht bei den Kritikern des Stromnetzausbaus.
Alternativen
Kleine, dezentrale Kraftwerke nahe bei den Verbrauchern zu bauen, wäre nur dann eine Alternative zum Stromnetzausbau, wenn diese Kraftwerke den Strom zuverlässig nach Bedarf produzieren könnten. Das trifft für Ökostrom-
- Der Stausee für ein Wasserkraftwerk ist nur selten in unmittelbarer Nachbarschaft von Siedlungen.
- Erdwärme-
Kraftwerke lohnen sich nur dort, wo viel Wärme nahe an der Oberfläche ist. - Biomasse-
Kraftwerke wären zwar prinzipiell geeignet, aber es gibt nicht genug Biomasse, um alle Verbraucher damit zu versorgen. - Windkraftwerke und Solarzellen erzeugen den Strom nicht nach Bedarf.
Die Hoffnung vieler Stromleitungsgegner (die von Energiepopulisten geschürt wird) liegt in neuen, kostengünstigeren Speichern, um Erzeugung und Verbrauch lokal in Einklang zu bringen. Ob es diese jemals geben wird, ist ungewiss, denn auch bisher wurde schon viel daran geforscht, aber die Anforderungen sind immer noch erst zu einem kleinen Bruchteil erfüllt. Eine autarke Stromversorgung ist keine Alternative, wenn der Strom dabei unerschwinglich teuer wird.
Auch nach Abwägung aller wesentlichen Argumente ist der Stromnetzausbau auf absehbare Zeit die einzige realistische Möglichkeit, um die Energiewende bei der Stromerzeugung zu schaffen.
Energieverluste
Veraltete Leitungen, die mit niedrigerer Spannung betrieben werden oder aufgrund ihres zu dünnen Leiterquerschnitts einen höheren Widerstand haben, bewirken erhöhte Energieverluste. Der Verbund gab an, dass durch einen (inzwischen durchgeführten) Leitungsausbau des 380-
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Quellen
[1] | UCTE: Final Report of the Investigation Commitee on the 28 September 2003 Blackout in Italy (PDF), S. 3 (im PDF S. 9) |
[2] | Desertec Foundation: Fragen und Bedenken zur Technologie, Frage 7: "Wäre die Fernübertragung von Wüstenstrom durch Wasserstoff nicht besser?" |
[3] | Verbund: Nachhaltigkeitsbericht 2002 (PDF), S. 53 (im PDF S. 55) |