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Die Sonne kann uns theoretisch den ganzen Strom erzeugen, braucht aber Speicher und/oder ein starkes Netz.
Atomkraftwerke sind überflüssig
Eine neue Studie der TU Wien belegt, dass in der EU alle Atomkraftwerke bis 2030 abgeschaltet werden können, ohne die Klimaziele zu gefährden. Umweltminister Andrä Rupprechter sieht damit die klare Anti-
Rupprechter will sich auf EU-
Zu den Sponsoren der von Global 2000 beauftragten Studie gehören neben dem Lebensministerium unter anderen der Landesversorger Wien Energie. Dessen Geschäftsführerin Susanna Zapreva betonte, dass die Genehmigungsverfahren für neue Netz-
Die ambitionierten Ökostrom-
- Die CO2-
Zertifikate müssten (wohl gegen den Widerstand von kohlereichen Ländern wie Polen) massiv verteuert werden.[1] - Frankreich würde mit dem Atomausstieg 76% seiner Stromerzeugung verlieren und müsste auf Ökostrom-
Importe zurückgreifen.[2] - Stromsparpotenziale müssten nahezu vollständig erschlossen werden, um den Stromverbrauch bis 2030 stabil zu halten.[3]
- Investoren müssten überzeugt werden, jedes Jahr einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag in neue Öko-
Kraftwerke zu investieren.[4] - Die Regeln für den Strommarkt müssten so gestaltet werden, dass sowohl diese neuen als auch die alten, konventionellen Kraftwerke, die zum Überbrücken von Flauten weiterhin gebraucht werden, gewinnbringend unter stabilen Rahmenbedingungen betrieben werden können.[5]
Hinsichtlich der Kosten für den Endkunden bleibt die Studie vage. Sicher ist nur, dass bis 2030 mit keinen Strompreissenkungen zu rechnen wäre. Erst darüber hinaus sind diese denkbar. Die notwendigen Netz-, Speicher- und Reservekapazitäten hat man nicht modelliert, weshalb keine Aussage zu den Gesamtkosten möglich ist.
Die Autoren der Studie empfehlen, den bewährten Weg der Bürgerkraftwerke weiterzugehen, denn wenn die Bürger von der Energiewende auch persönlich profitieren können, steigt die Akzeptanz dieses Mammutprojekts.[6] Skeptisch sind die Experten gegenüber dezentralen Speichern: Von der Wirtschaftlichkeit sind diese so weit entfernt, dass sie in der Studie keine Berücksichtigung fanden. Die Umwandlung von Stromüberschüssen in Wasserstoff ist teuer und mit hohen Energieverlusten verbunden. Daher sieht die Studie für 2030 gerade einmal 3% des Stroms in die Produktion von Wasserstoff fließen.[7] Erzeugungsschwankungen werden überwiegend durch weiträumigen Austausch und konventionelle Pumpspeicherkraftwerke ausgeglichen. Beim absehbaren Stand der Technik ist das die effizienteste und billigste Variante. Schade, denn mit kleinräumigen Lösungen, die keinen internationalen Stromhandel erfordern, wäre die Akzeptanz noch einmal um einiges höher, und eines ist sicher: Ohne Zustimmung bei der Bevölkerung wird es keine Energiewende geben.
Quellen
[1] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. IV (im PDF S. 8) |
[2] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. IIf. (im PDF S. 6f.) |
[3] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. 27ff. (im PDF S. 47ff.) |
[4] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. 79 (im PDF S. 99) |
[5] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. IV (im PDF S. 8) |
[6] | Kurzfassung der Studie (PDF), S. III (im PDF S. 5) |
[7] | Studie: Phase out of Nuclear Power in Europe – From Vision to Reality (PDF, 3 MB), S. 62 (im PDF S. 82) |