Mario Sedlak
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Über meine Artikel

Dieser Artikel wurde im SOL-Magazin, Sommer 2014, S. 20f. veröffentlicht. Das SOL-Magazin ist eine Zeitschrift des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL.


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Aufkleber von Chemtrail-Aktivisten

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Kondensstreifen

Chemtrails – nein, danke!

Eigentlich eine alte Verschwörungstheorie, aber momentan wieder vermehrt ein Thema besorgter Menschen: Werden wir durch chemisch manipulierte Kondensstreifen von Flugzeugen vergiftet? Wie glaubwürdige Stellen übereinstimmend versichern, ist das nicht der Fall. Die ganze Theorie ist wahrscheinlich ein Scherz.

Flugzeuge blasen natürlich nicht nur heiße Luft in den Himmel. Was man als Kondensstreifen sieht, ist aber lediglich Wasserdampf, der zu Eiskristallen gefroren ist. Deswegen beginnt der Kondensstreifen erst ein Stück hinter den Flugzeugdüsen. Die ausgestoßenen Schadstoffe sind nicht erkennbar.

Auch die Chemikalien, die angeblich den Kondensstreifen beigemischt werden, sind unsichtbar, weil sie die Form von Feinstaub haben sollen. Wenn jemand sagt, er habe "Chemtrails" gesehen, dann meint er in Wahrkeit Kondensstreifen, die sich lange nicht auflösen. Diese gab es aber schon immer, seit Flugzeuge eine Höhe von über 6 km erreichen. Das beweisen Fotos aus dem 2. Weltkrieg und ältere Wolkenatlasse. Auch wenn die Streifen stundenlang zu sehen sind und immer größer werden, ist das genauso wenig ein Rätsel, wie wenn gewöhnliche Wolken sich nicht auflösen. "Ist die Atmosphäre ... hinreichend feucht, können Kondensstreifen länger existieren und weiter wachsen", schreibt das deutsche Umweltbundesamt in einer Stellungnahme zu Chemtrails.[1] Kein Wetterdienst hat bisher unerklärliche Phänomene an Kondensstreifen beobachtet.

Eines stimmt: Die Kondensstreifen werden immer mehr. Das liegt einerseits daran, dass moderne, effizientere Flugzeugtriebwerke kühlere Abgase produzieren, die eher einen Kondensstreifen erzeugen.[2] Andererseits wird immer mehr geflogen. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erklärt:

Infolge der Zunahme des Flugverkehrs während der letzten Jahrzehnte können Kondensstreifen bei entsprechenden Bedingungen auch manchmal weite Teile der Himmelsfläche bedecken oder bei Kreuzungen von Hauptflugkorridoren schachbrettartige Muster ergeben. ... Die Vorstellung bzw. vielfach im Internet kursierende Meldungen, wonach ein chemisches Gemisch den Kondensstreifen beigefügt wird ..., entbehrt hingegen jeder Grundlage.

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Geoengineering und Wettermanipulation (Seite 2 von 2)

Quellen

[1] Deutsches Umweltbundesamt: Chemtrails – Gefährliche Experimente mit der Atmosphäre oder bloße Fiktion? (PDF), 2011, S. 2
[2] Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt: Warum Kondensstreifen keine Chemtrails sind (PDF), S. 2