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Zu den aktuellen Ereignissen (August 2022)
Kurzmeldungen
Atomkraftwerke in der Ukraine
Atomreaktoren sind nicht für kriegerische Angriffe ausgelegt. Umso größer war die Sorge, als am 4. März ein Feuer im Atomkraftwerk Saporischschja gemeldet wurde. Russische Soldaten hatten es „irrtümlich“ beschossen – zum Glück nur ein Nebengebäude. Die Übernahme der Atomkraftwerke Saporischschja und Juschnoukrainsk durch das russische Militär erachtet sogar die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) als gefährlich. Die „Wiener Plattform Atomkraftfrei“ empfiehlt, Wasser und haltbare Lebensmittel für 14 Tage zuhause zu haben – für den Fall, dass eine radioaktive Wolke kommt.[1]
Solarstrom beim Blackout
Wer Solarzellen am Dach hat und deren Strom auch bei Netzausfall nutzen will, braucht einen notstromfähigen Wechselrichter. Heimakkus sind teurer geworden und es gibt lange Lieferzeiten, da die Nachfrage extrem hoch ist.
Preissteigerungen
Die Energiemärkte haben geschafft, was sich Politiker kaum trauen würden, obwohl es zum Klimaschutz dringend notwendig ist: Energie ist dramatisch teurer geworden. „Wenngleich arme Haushalte in der aktuellen Situation natürlich unterstützt werden müssen, sind hohe Energiepreise für eine (verwöhnte) Mittel- und Oberschicht ein extrem wichtiger Anreiz, Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion umzusetzen und Wertigkeiten bei Ausgaben neu zu ordnen“, erklärt SOL-
Tomaten aus beheizten Glashäusern, lange Transporte, konventionelle Landwirtschaft – all das ist nicht nachhaltig und nun empfindlich teurer geworden. Die meisten Bio-
Auch gut: Wegen der hohen Spritpreise steigen immer mehr Autofahrer auf Öffis um. Für unbedingt notwendige Autobahnfahrten empfiehlt SOL „freiwillig 100 km/h“. Bei 100 km/h braucht ein Auto ca. 1/3 weniger Energie als bei 130 km/h.[2]
Ersatz für russisches Gas
63 Milliarden Kilowattstunden, die Österreich derzeit pro Jahr in Form von russischem Erdgas verbraucht, lassen sich nicht so leicht einsparen, durch erneuerbare Energien ersetzen oder von anderen Gaslieferanten beziehen. Selbst bei einer „nationalen und internationalen Kraftanstrengung“ würde das 5 Jahre dauern, schätzt die Österreichische Energieagentur. D. h. im Ernstfall droht eine Reaktivierung von Kohlekraftwerken, mehr Erdöl-
Andere Länder (z. B. Italien) stellen bereits auf Kohle um. Kohleförderfirmen können die weltweit gestiegene Nachfrage kaum noch bedienen. Auch Brennholz wurde knapp. Pellets haben sich im Jahresabstand um 2/3 verteuert. Tschechien will weitere Atomreaktoren bauen.
Quellen
[1] | Atomkraftfreie Zukunft, 2/2022 (PDF), S. 4 |
[2] | SOL- |