Mario Sedlak
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"Frau Morgen" vom Verein SOL als Vertreter für alle Zukünftigen

Brief an die Zukunft

Liebe Zukünftige,

ich frage mich, wie ihr in späteren Jahrhunderten und Jahrtausenden über uns Heutige denken werdet. Ich befürchte, nicht gut. Wir plündern die fossilen Energievorräte der Erde und blasen die Abgase unbekümmert in die Luft, als würde uns nicht interessieren, was übermorgen sein wird. Obwohl wir wissen, welche Folgen unser Tun haben wird, ziehen wir nicht die nötigen Konsequenzen. Das muss euch sicher als rücksichtslos, habgierig und dumm erscheinen.

Ein Meeresspiegelanstieg um 20 Meter, der in unserer Zeit noch als "Panikmache" gilt, wird für euch traurige Gewissheit sein. Ebenso das heute noch unvorstellbare Artensterben, der Zusammenbruch von Ökosystemen und die Massen an Umweltflüchtlingen mit unzähligen tragischen Einzelschicksalen.

Vielleicht könnt ihr die Umweltprobleme, die wir euch hinterlassen, durch Fortschritte der Technik leicht lösen. Wir wünschen es euch. Bisher war es aber immer so, dass die erwarteten großen Fortschritte nicht eingetreten sind oder wieder andere Probleme verursacht haben. Weil wir heute nicht umdenken, werdet ihr wahrscheinlich mit großen Schmerzen umdenken müssen.[1]

Können wir uns dafür entschuldigen? Wohl kaum. Wir sind von der Natur mit genug Intelligenz ausgestattet worden, um zu wissen, was wir tun. Leider hat uns die Natur nicht aufgetragen, auch die Konsequenzen unserer Entscheidungen in ferner Zukunft und an fernen Orten zu berücksichtigen. Unsere Gefühle und Instinkte wollen hauptsächlich, dass es uns gut geht und unseren Kindern noch etwas besser. Um die heutigen Probleme bewältigen zu können, müssten wir mehr denn je unseren Verstand gebrauchen und unsere Wünsche überdenken. Wir bei SOL rufen zu einem nachhaltigen Lebensstil auf und hoffen, dass möglichst viele Menschen ihr Verhalten ändern – und damit beweisen, dass der Mensch kein fehlgeschlagenes Experiment der Natur ist.

Leider könnt ihr Zukünftige mir nicht zurückschreiben. Es wäre sehr hilfreich, wenn ihr mit uns diskutieren, mitentscheiden und an den Energiemärkten mitbieten könntet. Beim Futuro-Projekt von SOL berücksichtigen wir eure Situation, denn wir wollen auch mit euch Zukünftigen Solidarität haben.

Habt bitte Nachsicht mit uns Heutigen, dass wir nicht mehr tun. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Wir wünschen euch eine gute Zeit auf einem lebenswerten, friedlichen Planeten!

Siehe auch

Quellen

[1]
  • Gunther Tichy: "Nachhaltiges Wachstum?" (PDF) in Wissenschaft & Umwelt Interdisziplinär, 13/2009, S. 9 (im PDF S. 6) – "Wenn die Prognosen der Klimaforschung und der Pessimismus der Soziologie auch bloß annähernd richtig sind, wird ein potenzieller Kulturwandel vermutlich zu spät kommen."
  • Christoph Bals in Wissenschaft & Umwelt Interdisziplinär, 11/2008, Kapitel 1 (PDF, 2 MB), S. 49 – "Die Generationen vor uns ahnten noch nicht, was sie taten. Wir wissen es und können handeln. Wenn wir nicht handeln, bleibt den Generationen nach uns nur, sich auf große Herausforderungen einzustellen ..."