Mario Sedlak
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Dieser Artikel wurde im SOL-Magazin, Sommer 2022, S. 9 veröffentlicht. Das SOL-Magazin ist eine Zeitschrift des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL.


Solidarität mit Bauern

Nicht nur Menschen aus fernen Ländern brauchen einen fairen Handel, sondern auch die heimischen Lebensmittelproduzenten.

Vom Preis im Supermarkt kommt nur ein kleiner Teil bei den Bauern an. Der Verkauf direkt an Endverbraucher, z. B. über ihren Hofladen oder Marktstand, ist für viele Landwirte daher eine wichtige Einnahmequelle. Z. B. erlöst der Biobauernhof Prohaska in Wien dank seiner Stammkunden doppelt so viel für sein Gemüse. Bei Körnerfrüchten ist der Unterschied sogar noch größer im Vergleich zu einer Lieferung ans Lagerhaus.

Allerdings ist der Einzelverkauf auch ungleich aufwendiger. "Deshalb ergibt sich dann oft für den Konsumenten ein höherer Preis als im Supermarkt", erklärt Bio-Obstbauer Martin Filipp aus Bogenneusiedl in Niederösterreich. Dafür unterstützen die Kunden eine regionale Versorgung und sichern Arbeitsplätze. Etwas billiger wird's eventuell bei größeren Bestellungen über eine Foodcoop.

Übermächtiger Handel

Wer direkt bei den Erzeugern einkauft, schafft ihnen eine Alternative, die sie dringend brauchen. "Die Landwirt*innen werden von der Agrarindustrie und von den Bio-Marken der Supermarktketten, deren Wohl und Wehe am Maximalprofit hängt, in die Mangel genommen", bedauert Lorenz Glatz senior. Er wirbt für solidarische Landwirtschaft: Produzierende werden hier von Marktzwängen befreit, indem sie ihre Ernte im Voraus verkaufen. Der Wiener Biobauer Manfred Radl junior fügt als weiteren Vorteil hinzu: "Ich habe nie zu viel oder zu wenig – und somit eine Sorge weniger." Gerne würde er mehr Gemüse "solidarisch" erzeugen. Neue Kunden zu gewinnen, ist aber nicht einfach. Kleine Bauern können sich keine Werbung leisten. Daher: einfach mal vorbeischauen, im Web suchen oder fragen!

Anstatt mit dem Auto auf Bauernhöfe zu fahren, wäre der Einkauf im nahen Bioladen – so vorhanden – ökologischer und ein Beitrag dafür, dass es Bio-Nahversorgung im Ort weiterhin gibt.