Mario Sedlak
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Dieser Artikel wurde im SOL-Magazin, Herbst 2022, S. 9 veröffentlicht. Das SOL-Magazin ist eine Zeitschrift des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL.


Österreich – Ukraine: 1zu1

Auf der SOL-Vernetzungsplattform "1zu1" sind mehrere Organisationen vertreten, die Menschen in bzw. aus der Ukraine helfen.

Gemeinsam gegen Landminen

Der Verein "Gemeinsam gegen Landminen – GGL Austria" finanzierte seit 2017 Minenrisiko-Aufklärung in der Ostukraine. Seit dem Angriff durch Russland am 24. Februar wurde die Hilfe umgeschichtet. Mitarbeiter errichteten unterirdische Schutzräume, bauten provisorische Betten aus Europaletten und versorgten Flüchtende mit Lebensmitteln, Decken und Hygieneartikeln. Weiters finanzierte der Verein Treibstoffkosten für Evakuierungskonvois und Notoperationen von Schwerverletzten.

Aufklärungsteams informierten in sozialen Netzwerken, wie man sich inmitten von Kämpfen am besten schützen kann, z. B. "wie man die Wohnung vor Explosionen, Splittern und Trümmern absichert und wie man sich bei einem Chemiewaffenangriff verhalten sollte", erläutert die stellvertretende Programmleiterin Olena Kryvova.

Landminen, Streubomben usw. sind auch nach dem Krieg noch sehr gefährlich. Die Teams von "Gemeinsam gegen Landminen" (GGL) informierten die Bevölkerung über das Minenrisiko, bereiteten nordöstlich von Kiew im Gebiet um Tschernihiw die Minenräumung vor und brachten schwere Trümmer-Räummaschinen zum Einsatz.

Die Teams von GGL bestehen aus Einheimischen, die vom Projektpartner FSD geschult und betreut werden. Hauptstützpunkt war in Mariupol. Ein Teammitglied (Artur Konovka) ist bei den Bombardements der Stadt gestorben.

Gesellschaft für bedrohte Völker

"Nicht alle Geflüchteten aus der Ukraine sind in den Nachbarländern willkommen: Roma werden beschimpft und haben Mühe, Zugtickets zu bekommen – manchmal werden ihnen gar medizinische Hilfe oder andere überlebenswichtige Güter verweigert", berichtet die "Gesellschaft für bedrohte Völker". Nadine Papai ist Obfrau des österreichischen Ablegers dieser Gesellschaft. Sie hat selbst Roma-Wurzeln und erklärte: "Roma in der Ukraine gehören zu den ärmsten Menschen in ganz Europa. Viele leben abseits der Gesellschaft in Ghettos, haben keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit, um aus der Armut zu entfliehen."

Papais Verein "Lebenszeichen – Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich" hilft vor allem Minderheiten, daher hat er 3 Hilfslieferungen für Roma an der ukrainischen Grenze durchgeführt und die Ausgabe von 1000 warmen Mahlzeiten an Roma und andere benachteiligte Gruppen in Kharkiv (Ukraine) finanziert. Außerdem hat er ukrainischen Roma-Familien in Österreich geholfen.

Hilfswerk Ost

Auch das "Hilfswerk Ost – Aufbauhilfe für Osteuropa" konnte ein paar Hilfsgüter in die Ukraine bringen, erklärte Obmann Gottfried Gary auf Nachfrage von SOL. Die Ukraine war bereits vor dem Krieg Schwerpunkt dieser 1zu1-Organisation.