Mario Sedlak
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Diesen Artikel habe ich gemeinsam mit anderen Autoren geschrieben und im SOL-Magazin, Herbst 2021, S. 11 veröffentlicht. Das SOL-Magazin ist eine Zeitschrift des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL.


Die Sonne im Heimspeicher

Immer mehr überschüssiger Solarstrom von Hausdächern geht nicht ins Netz, sondern in einen Akku.

Experten sagen, dass fast alle Leute, die in eigene Solarzellen investieren, auch die Anschaffung eines Stromspeichers in Erwägung ziehen. Ca. 30 000 Akkus mit einer Speicherkapazität von über 200 000 Kilowattstunden (kWh) dürften bereits in österreichischen Haushalten und Gewerbebetrieben vorhanden sein.[1] Fast alle sind Lithium-Akkus.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Ein Grund für den Boom sind gefallene Preise. Kleine Heimspeicher (3 kWh) gibt es bereits ab ca. 900 €/kWh; größere mit 10–15 kWh sogar schon ab etwa 500 €/kWh. Es gibt auch Förderungen in der Höhe von 200–500 €/kWh, wenn die Töpfe nicht gerade leer sind.

Wenn du für deinen ins Netz gespeisten Solarstrom 7 Cent/kWh bekommst und für aus dem Netz bezogenen Strom 20 Cent/kWh zahlst, macht das 13 Cent Gewinn für jede gespeicherte und später selbst verbrauchte Kilowattstunde. Die Speicherverluste sind bei heutigen Systemen relativ gering (5–15%).[2] Schaffst du 300 volle Ladezyklen pro Jahr, amortisiert sich der Speicher nach 14–26 Jahren, wenn er 500–900 €/kWh gekostet hat und so lange hält.

Um genau zu wissen, wie viele Zyklen du pro Jahr nutzen kannst, brauchst du Zeitreihen deines Verbrauchs und deiner Solarstromerzeugung in möglichst feinem Raster. Näherungsweise genügt auch dein Verbrauch in der Nacht. Wirtschaftlichkeits-Rechner im Internet[3] liefern eine Einschätzung, die auf Werten für einen typischen Haushalt beruhen. Den zufolge kann sich ein günstiger Heimspeicher mit einer Kapazität von einem Tausendstel des Jahresverbrauchs in 10–20 Jahren rechnen; bei einem Verbrauch von 10 000 kWh/Jahr oder mit Förderung sogar schon in weniger als 10 Jahren.

Auf die Akkus geben die Hersteller typischerweise 10 Jahre Garantie, wobei allerdings 20% Kapazitätsverlust hingenommen werden müssen. Die Elektronik ist von der Garantie oft nicht abgedeckt. Wechselrichter (die den Gleichstrom vom Akku in Wechselstrom für Steckdosen umwandeln) halten laut Dachgold.at durchschnittlich 12 Jahre. Für die Akkus kann man 10–20 Jahre erwarten.

Autarkie

Viele Heimspeicher werden überdimensioniert. Dahinter steht der Wunsch, möglichst unabhängig zu sein. Zu beachten ist jedoch, dass nicht alle Heimspeicher bei Netzausfall arbeiten und dass für einen Notstrombetrieb zusätzliche Geräte erforderlich sind, die laut Solarexperten Gerald Bauer 3000 € inkl. Montage kosten können.

Auswahl

Wer einen Heimspeicher anschaffen will, holt üblicherweise von mehreren Elektrikern Angebote ein. Die Preise können sehr unterschiedlich sein (bis 2000 €/kWh). Manche Systeme gibt es etwas günstiger bei kleinen Online-Händlern, aber zur Montage braucht man einen Elektriker, der dann evtl. schwierig zu finden ist. Deutliche Verbilligungen sind zu erwarten, sobald große Ketten in das Geschäft einsteigen.

Über 400 Heimspeicher-Modelle stehen zur Auswahl.[4] Wer selber das beste/billigste passende finden möchte, kann Gerald Bauer oder in einem Forum fragen.

Umweltfreundlichkeit

Inwieweit Heimspeicher für die Energiewende nützlich sind, ist umstritten. Siehe folgende Seite:

Weiter

Contra dezentrale Stromspeicher

Weblinks

Quellen

[1]
[2] HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2021 – Prozentzahl bezieht sich auf Ertrag in Euro.
[3]
[4]