Mario Sedlak
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Über meine Artikel

Diesen Artikel veröffentlichte ich am 4.2.2013 im Blog von Werner Lampert. 2017 wurde dieses Firmenblog erneuert und dabei dieser Beitrag gelöscht.


Ein Trinkgeld für die Umwelt

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Nicht allen Kühen geht es so gut.

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Einkaufen am Bio-Markt

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Oder direkt vom Feld holen

Nicht nur Kellner, Frisöre und Taxifahrer sind auf eine kleine Spende angewiesen, sondern viel mehr noch jene Vorreiter, die umweltfreundlich wirtschaften.

Ich bin Logiker. Für mich ist es nicht möglich, die heute übliche Massentierhaltung abzulehnen und gleichzeitig die Produkte aus ihr zu kaufen. Es gibt ja eine Alternative: Ein Liter Bio-Milch kostet nur 20 Cent mehr als konventionelle. Wer kann sich das nicht leisten? Im Gasthaus geben alle ein Trinkgeld. Das gehört sich so. Wir brauchen ein "Trinkgeld für die Umwelt", d. h. für Menschen wie z. B. Bio-Bauern, die eine nachhaltige Wirtschaftsweise umsetzen.

Es ist unlogisch, einen Lebensstil, der nicht nachhaltig und nicht zukunftsfähig ist, zu verteidigen. Wer soll für Nachhaltigkeit bezahlen, wenn nicht der, der das Produkt konsumiert? Es kann doch niemand verlangen, dass die Bauern ökologisch arbeiten und dabei Verluste schreiben.

Gerade in einer Demokratie und Marktwirtschaft hat jeder Einzelne Macht und Mitverantwortung. Wie können Politiker langfristig denken und Unternehmer nachhaltig arbeiten, wenn für die meisten Wähler und Kunden Einkommenserhöhungen und Preissenkungen zu den wichtigsten Anliegen gehören? Wir müssen selbst damit beginnen, die Welt zu retten! Wer nur fordert, aber selbst nichts beitragen will, wird nicht ernst genommen. Wir sind reich genug, um Vorbild zu sein. Was soll der Rest der Welt von uns denken, wenn uns 20 Cent ein zu hoher Preis für Nachhaltigkeit ist?

Der Konsument hat die Wahl: Bio-Produkte, Ökostrom, fairer Handel usw. Es ist wie eine Volksabstimmung. Wenn alle nur das Billigste kaufen, wird auch nur das Billigste produziert. Das wird selten nachhaltig sein, denn die Plünderung von Ressourcen wie fossiler Energie ist in der Regel billiger als der Aufbau einer Versorgung mit erneuerbarer Energie – genauso wie es einfacher ist, Geld vom Konto abzuheben, als sich neues Geld zu verdienen. Kreislaufwirtschaft ist aufwendiger als Kunstdünger. Selbst angebaute Futtermittel kommen teurer als Importe von gerodeten Regenwaldflächen. Auch Entlohnungsgerechtigkeit wird es bei einem T-Shirt um 5 € niemals geben.

Während die Umweltprobleme der 1980er Jahre wie saurer Regen und verschmutzte Gewässer durch rein technische Maßnahmen weitgehend gelöst werden konnten, braucht es zur Bewältigung der heutigen Herausforderungen die Mithilfe jedes Einzelnen. Weder lässt sich Kohlendioxid ausfiltern noch gibt es Wirtschaftswachstum ohne eine Zunahme des Rohstoff- und Energieverbrauchs. Nur die Änderung unseres Konsumverhaltens und Lebensstils macht eine globale Kehrtwende in Richtung Nachhaltigkeit möglich. Das "Trinkgeld für die Umwelt" ist ein "Trinkgeld" für die gesamte Menschheit, für eine Zukunft auf einem lebenswerten Planeten.

Nachhaltigkeit heißt sicher nicht, dass man gar nichts mehr kaufen darf. Niemand ist gezwungen, mehr zu tun, als er kann. Niemand muss perfekt sein. Wenn jeder auch nur das tut, was leicht möglich ist, wäre die Welt fast schon gerettet.

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