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Rewe-Chef Frank Hensel

Diesen Artikel veröffentlichte ich am 11.9.2013 in meinem Blog auf Utopia.de, einer Plattform für "nachhaltig leben". 2019 wurden alle alten Benutzerbeiträge dort gelöscht.


4. Stakeholder-Forum von Rewe

"Gemeinsam an morgen denken" gelingt am besten ohne Denkbarrieren.

Am 6.9.2013 lud Rewe International zu einer halbtägigen Veranstaltung in Wien. Thema waren die Nachhaltigkeitsbemühungen des Einzelhandelsriesen, der in Österreich als Billa, Adeg, Merkur, Penny und Bipa bekannt ist.

Vorstandsvorsitzender Frank Hensel berichtete persönlich. Ich erwartete das übliche Eigenlob mit den typischen nichtssagenden Floskeln der Managersprache, aber er überraschte mich mit durchaus selbstkritischen, ehrlichen Aussagen:

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Initiative "Donausoja"

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Bio-Marmelade aus Österreich

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Bio-Marmelade unbekannter Herkunft, genau halb so teuer

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Elisabeth Sabler würde sich auch "mehr Gemeinsam" wünschen.

Von Rewes Bio-Marke "Ja-Natürlich" hatte ich bereits eine gute Meinung. Im Gegensatz zu Hauptkonkurrent Spar sind die Bio-Produkte überwiegend aus der Region. Ich habe mich lange gefragt, warum es tiefgekühlte Bio-Himbeeren und Bio-Marmelade bei Interspar, aber nicht bei Billa gibt. Die Antwort habe ich in einem Zeitschriftenartikel[1] gefunden, wonach auch heimisches Obst aus fernen Ländern wie China importiert wird (nachzulesen etwa hier). Das muss auf den daraus hergestellten Produkten nicht deklariert werden. Aber anhand des Preises kann man es sich zusammenreimen. Heuer war plötzlich Bio-Marmelade aus Österreich in den Regalen bei Billa, die genau doppelt so viel wie die Bio-Marmelade unbekannter Herkunft bei Interspar kostet.

"Gemeinsam statt Konfrontation" ist dem Rewe-Chef äußerst wichtig:

Den gemeinsamen Nenner müssen wir finden!

Warum eigentlich? Nutzt der Konsens nur Rewe oder auch uns Konsumenten und Umweltschützern? Hier stimme ich Hensel nicht ganz zu, denn wenn man den Konsens sucht, dann muss man ggf. die Suche nach der Wahrheit hintanstellen. Kritikpunkte (in Hensels Sprache: "das Trennende") dürfen meines Erachtens nicht verschwiegen werden. Am gleichen Strang zu ziehen, wozu Hensel aufruft, ist allerdings auch meiner Einschätzung etwas, das der Nachhaltigkeitsbewegung sehr guttun würde. Es gibt zu viele zersplitterte Gruppen mit zu hohen Anforderungen und zu wenig Toleranz. Das berichtete z. B. Elisabeth Sabler, die selbst kein Fleisch isst, aber neben veganen Produkten auch Fleisch verkauft und daher von strengen Veganern boykottiert wird.

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Rolle des Konsumenten (Seite 2 von 3)

Quellen

[1] News. Österreichs größtes Nachrichtenmagazin, 13.12.2012, S. 18–23