Mario Sedlak
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Utopia.de

"Utopia" soll die schöne, gerettete Welt sein, in die wir durch bewusste Kaufentscheidungen kommen können. Den Namen des Portals darf man nicht wörtlich nehmen. Es geht dort um tatsächlich umsetzbare Schritte, die jeder Einzelne tun kann, damit die Welt nachhaltiger wird.

Vergangenheit

Utopia.de wurde 2007 von einer Frau (Claudia Langer) aus der Werbebranche gegründet. Am Anfang stand der Klimawandel im Vordergrund:

Die Nachrichten informieren immer wieder über die Klimakatastrophe. Wir wollen etwas dagegen tun. Und wir fühlen uns dazu verpflichtet, denn es bleibt wenig Zeit: Wissenschaftler sagen, dass fünf bis zehn Jahre bleiben, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.

Damit wurden viele Umweltschützer angesprochen. Diese fanden (und finden) auf Utopia.de immer neue Beiträge über einen nachhaltigen Lebensstil. Auch mit Hilfe von Prominenten hat die Plattform rasch an Bekanntheit gewonnen – ein Werbeprofi weiß eben, wie das geht.

Nur das Management der Mitglieder erwies sich als schwierig bis unmöglich: Viele verließen das Portal, als sie merkten, dass es hier gar nicht wirklich darum geht, gemeinsam mit anderen die Welt zu retten, sondern dass sich auf Utopia Firmen als "grün" präsentieren dürfen – das war (grob vereinfacht) das Geschäftsmodell der Plattform. Es dürfte aber nicht aufgegangen sein.

2015 wurde Utopia.de an eine SPD-nahe Firma verkauft. Äußerlich ist davon nicht viel zu sehen. Die Website soll mehrere Millionen Leser haben, aber viele aktive Benutzer scheinen da nicht mehr darunter zu sein.

Meine Erfahrung

Ich war Utopist.

Ich habe Utopia.de beim Googeln gefunden und mich bald darauf, am 18.7.2009, dort registriert, um in den Foren mitdiskutieren zu können. Man traf dort viele Menschen, die sich für Umweltschutz und allgemein "eine nachhaltige Entwicklung" einsetzen. Das machte es für mich interessant.

Ich hatte auch ein Blog mit 37 Beiträgen. Mein Blogbeitrag "Nicht klicken!" ("Dieser Beitrag kann dir die Stimmung versauen!") hatte die meisten Lesenswertpunkte auf der Plattform: 48. Das ist erstaunlich wenig für eine Plattform, auf der damals angeblich 50 000 Mitglieder registriert waren.

Was sonst für mich herausragend war:

Leider wurde die Plattform mehrmals umgestaltet, wobei alte Inhalte in den Hintergrund verschoben oder gleich ganz gelöscht wurden. Die Benutzer-Blogs sind seit 2019 weg, weshalb ich meine Beiträge auf meine Website "gerettet" habe.

Die Gründerin und Chefin Claudia Langer hat viele andere, aber nie meine Beiträge kommentiert, obwohl ich sie manchmal persönlich erwähnt habe. Die Mitglieder wünschten sich beharrlich das zentrale Forum, das es in den ersten Jahren (vor meiner Zeit) gegeben hat, zurück. Frau Langer und ihre Mitarbeiter bedauerten zuerst die "Fehlentscheidung", das Forum bei einer Neugestaltung der Website entfernt zu haben, schlossen aber nach einer Weile definitiv aus, dass dieses Forum zurückkommt – offenbar sollen die kritischen Mitglieder die Plattform nicht dominieren.

Das Management reagierte zunehmend nervös, wenn kritische Kommentare unter die "grünen" Firmen gepostet wurden oder wenn die Mitglieder eine eigenständige Aktion gegen Greenwashing planten. Es kam zu Löschungen und Sperrungen. Ich persönlich war davon nicht betroffen.

Mein Fazit

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Utopisten auf Utopia.de