Mario Sedlak
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Dieser Artikel wurde im SOL-Magazin, Sommer 2018, S. 22–24 veröffentlicht. Das SOL-Magazin ist eine Zeitschrift des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL.


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Bio ist meist klimafreundlicher

Eine Faustregel für den umweltbewussten Einkauf besagt: Die Art der Produktion ist wichtiger als die Entfernung.

"Regional ist das neue Bio", jubeln Handelsvertreter und Werbefachleute. Für die Konsumenten sind regionale Lebensmittel mittlerweile viel wichtiger als ökologisch produzierte Waren. Fast die Hälfte der Käufer spricht positiv auf heimische Erzeugnisse an. Unsere Produzenten können sich darüber freuen.

Für die Umwelt ist der Vorteil nicht so klar. Der Transport verursacht i. A. weniger CO2-Emissionen als die Herstellung und ggf. Verarbeitung des Produkts.[1] Im Gegensatz zu den Lkws, die auf den Straßen nicht zu übersehen sind, bekommt man vom gewaltigen Energieaufwand zur Herstellung von Kunstdünger, wie er in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt wird, kaum etwas mit. Dieser Dünger produziert darüber hinaus auf dem Feld deutlich mehr Lachgas (N2O), das den Treibhauseffekt weiter verstärkt, als organische Dünger, die Biobauern verwenden.[2] Der Verzicht auf Kunstdünger ist der Hauptgrund, wieso biologische Landwirtschaft eine bessere Klimabilanz hat. Der Unterschied ist so groß, dass damit etliche Transportkilometer wettgemacht werden können.

Faustregel

  1. Von zwei gleichartigen Lebensmitteln ist das Bio-Produkt i. A. umweltfreundlicher.
  2. Von zwei Bio-Produkten ist i. A. das saisonal produzierte (ohne Heizung und ohne langes Lagern) umweltfreundlicher.
  3. Von zwei saisonal produzierten Bio-Produkten ist das regionale i. A. besser für die Umwelt.

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Beispiele (Seite 2 von 3)

Quellen

[1] Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Klimarelevanz von Lebensmittel – Was kann der Biobetrieb tun? (PDF), S. 2 – Der Transport "macht bei den meisten Lebensmitteln nur 8–15 % der gesamten CO2-eq-Emissionen aus (Ausnahme u.a. Feldgemüse: 20–45 %). Der Transport fällt oft deswegen nicht so ins Gewicht, weil die CO2 eq-Emissionen in Landwirtschaft und Verarbeitung bei vielen Lebensmitteln deutlich überwiegen. Zudem sind große LKW`s und Schiffe vergleichsweise effiziente Transportmittel, die pro kg Ware relativ wenig CO2-Emissionen verursachen".
[2] Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Klimabilanz biologischer und konventioneller Lebensmittel im Vergleich (PDF), S. 4 – "Ein wichtiger Grund hierfür ist der Verzicht auf Stickstoff (N)-Mineraldünger, da zum einen zur Herstellung dieser Dünger viel Erdgas und Erdöl benötigt wird. Zum anderen verursacht der N-Mineraldüngereinsatz deutlich höhere Lachgas(N2O)-Emissionen als organische Dünger."