Mario Sedlak
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Elisabeth Sabler

Elisabeth Sabler über die Macht der Konsumenten

Elisabeth Sabler vom Verein "Bioniere" hat am 20.5.2010 beim Wiener Stammtisch des "Nachhaltigkeitsvereins" SOL einen Vortrag über "die Macht der Konsumenten" gehalten. Am Beispiel der Lebensmittel legte sie dar, welche Kritikpunkte es bei der derzeitigen Produktionsweise gibt und was der einzelne Konsument dagegen tun kann:

Gentechnik

Jedes Jahr verfüttern österreichische Bauern 600 000 t gentechnisch verändertes Soja an ihre Tiere. Dieses Soja kommt überwiegend aus Übersee, wo es in riesigen Monokulturen mit viel Gifteinsatz angebaut wird. Die Bauern, die das Gen­soja anpflanzen, sind von Konzernen wie Monsanto, die bereits 80% aller Samen kontrollieren, abhängig. Und "wer die Nahrungsmittel kontrolliert, kontrolliert die Menschheit", zitierte die Vortragende einen bekannten Spruch.

Sabler berichtete weiters, dass in Argentinien mittlerweile "Superunkräuter" auf den Gentech-Feldern wachsen, die 2 m hoch werden und nur noch händisch entfernt werden können, weil sie gegen alle gängigen Pflanzenvernichtungsmittel resistent sind. Oft werden diese Felder dann von den Bauern aufgegeben, sagte Sabler. Die Gentechnik habe damit keines ihrer Versprechen erfüllt und sich ganz eindeutig als nicht nachhaltig erwiesen.

Alternative: Bio-Lebensmittel kaufen oder zumindest auf "gentechnikfreie Fütterung" achten

Unnatürliche Landwirtschaft

In Spanien wird Obst und Gemüse oft unter Glas und Plastik, ohne richtige Erde gezogen. Der Anblick dieser Plantagen sei "zum Heulen". Die so produzierten Gurken, Tomaten und Erdbeeren "schmecken im Wesentlichen gleich", meint Sabler.

Alternative: Tomaten am eigenen Balkon anpflanzen

Plastik

Die Vortragende erzählte, dass sie "Rosenwasser" in einer weißen und einer grünen Plastikflasche aufbewahrte, und nach 3 Monaten war das Wasser in der grünen Flasche selbst grün. Dieser Ekel erregende Befund habe sie davon überzeugt, dass sich aus Plastikverpackungen Chemikalien lösen und dass diese daher für Lebensmittel ungeeignet seien.

Alternative: Glas und offener Verkauf

Frau Sabler führt selbst ein Lebensmittel-Geschäft am Meidlinger Markt in Wien, wo sie Produkte direkt von 17 Kleinbauern verkauft. Es gibt bei ihr kein Plastik. Wenn jemand z. B. Sauerkraut kaufen will, nimmt er sich von zuhause ein Geschirr mit oder er borgt sich (gegen Einsatz) eines von ihr aus. Auch leere Marmeladegläser werden zurückgenommen und wieder befüllt.

Sie berichtete weiters, dass manche Vegetarier/Veganer nicht bei ihr einkaufen, weil sie auch Fleisch verkauft. – Auch das ist verantwortungsvoller Konsum, aber vielleicht extremer als nötig. Frau Sabler isst selbst kein Fleisch.

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Stevia wurde auch vor der Zulassung bereits angeboten.

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Auch im Bio-Supermarkt erhältlich

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zumindest als "Mundwasser"

Gekaufte Wissenschaft

Nicht nur die Gentechnik, sondern auch die Zusatzstoffe Glutamat, Aspartam, Methanol sowie Fluorid vergiften unsere Nahrung, warnte Elisabeth Sabler. Das sei wissenschaftlich nachgewiesen, jedoch werden diese neutralen Studien "von gekaufter Wissenschaft zugeschüttet" und unterdrückt.

Alternative: Stevia – ein Süßstoff, der aus den Blättern von Stevia-Pflanzen gewonnen wird. In der EU war dieser Süßstoff 2010 (noch) nicht zugelassen, was Sabler auf die Zuckerindustrie zurückführt. Das Verkaufsverbot wurde allerdings bereits umgangen, indem Stevia auf Märkten, in Drogerien und im Internet als "Badewasserzusatz", "Hautpflegemittel" und dgl. verkauft wird.

Fazit

Wir Bürger bestimmen, was in den Regalen steht!

Meine Meinung

Dem Fazit kann ich mich voll und ganz anschließen. Ich bin auch gegen gentechnisch veränderte Pflanzen, unnötige Einweg-Verpackungen und fragwürdige Zusatzstoffe im Essen. Die Argumente von Frau Sabler sind mir jedoch tw. zu extrem. Ich glaube nicht an große Weltverschwörungstheorien. Und zu den fragwürdigen Stoffen im Essen zähle ich eher die Süßungsmittel einschließlich Stevia anstatt Zucker. Ich will meinen Geschmacksnerven nicht irgendetwas vorgaukeln, sondern das essen, was meine Instinkte verlangen. Glücklicherweise haben wir Konsumenten die Wahl, was wir kaufen wollen. Ein Blick auf die Zutatenliste genügt. Nutzen wir diese Möglichkeiten!

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