Mario Sedlak
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Energiequelle zur Beheizung

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Hackschnitzel (grob zerkleinertes Holz)

Ob die Simmeringer Gewächshäuser auch 2016 noch von der Fernwärme beheizt werden, ist unklar, denn die Fernwärme plane eine drastische Preiserhöhung. Von einer Verdopplung ist die Rede. Diese gab es seit 2008 bei den Haushaltskunden annähernd auch schon (der Arbeitspreis stieg von 3,183 Cent/kWh auf 5,749 Cent/kWh). Grund ist der Preisverfall am Großhandelsstrommarkt. Während bis 2008 Wärme ein Nebenprodukt war, wird nun mehr und mehr der Strom zum Nebenprodukt. Das bedeutet, dass der Wärmepreis nicht mehr so stark vom Strompreis gestützt werden kann. Die Fernwärme ist für Wohnungsmieter allerdings immer noch relativ günstig. Wie die Lage für Gewächshausheizungen ist, lässt sich schwer herausfinden. Wien Energie veröffentlicht keine Großkunden-Tarife und wollte auf meine Anfrage auch nichts dazu sagen. Pressemeldungen gibt es dazu auch (noch) nicht. Die Gärtnerei Wallner überlegt schon den Umstieg auf eine Hackschnitzelheizung. Gas kommt nicht in Frage, weil keine Leitung in der Nähe ist, und Öl wäre viel zu teuer. Aber vermutlich wird man sich nach harten Verhandlungen irgendwie einigen. Die Simmeringer LGV-Gärtner sind der zweitgrößte Fernwärme-Kunde von Wien Energie, und es wäre wirtschaftlicher Irrsinn, die vorhandene Rohrleitungs-Infrastruktur nicht weiterzuverwenden.

Warum nicht bio?

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Alle LGV-Gärtner arbeiten nach den Regeln der sogenannten „integrierten Landwirtschaft“. Diese Regeln bleiben aber deutlich hinter den Standards der biologischen Landwirtschaft zurück.

Wieder ist ein Reizwort gefallen. „Die Biobauern spritzen Kupfer! Das darf nicht einmal ich verwenden!“, informierte mich Alfred Wallner sichtlich aufgewühlt. In der Tat dürfen Biobauern Kupfer gegen Pilzerkrankungen spritzen, weil es (noch) kein anderes wirksames, natürliches Mittel gibt. Kupfer kann sich im Boden anreichern und das Bodenleben schädigen. Das wäre aber in den Glashäusern der Familie Wallner gar kein Thema, da ja kein Austausch mit dem Boden stattfindet.

Der Mineraldünger müsste durch einen Kompostauszug oder dgl. ersetzt werden.

Der Anbau in Steinwolle ist gemäß Artikel 4 der EU-Bio-Verordnung 889/2008 in der biologischen Produktion verboten. Ein Anbau in Kokosfasern ist erlaubt und wird auch praktiziert, informiert Naturland.[1] In Österreich schreibt ein Erlass des Gesundheitsministeriums hingegen den Anbau im Boden vor (zumindest für Bio-Gemüse). Das habe die Mehrheit der Fachleute in einer Arbeitsgruppe so beschlossen. – Ich finde das bemerkenswert, denn die Substratkultur wäre umweltfreundlicher.

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Freier Eintritt für Schädlinge

Alternative zu Nützlingen und ggf. Pestiziden

Warum verwenden sie nicht Fliegenschutzgitter, damit keine Insekten hineinkönnen? Weil dann der Luftaustausch behindert werden würde. Die Schädlinge sind winzig, daher müsste es sich um ein sehr feinmaschiges Gitter handeln. Durch das würde dann wenig Luft gehen. Eine „kontrollierte Wohnraumlüftung“, wie sie in Passivhäusern notwendig ist, scheint in Treibhäusern überraschenderweise noch nicht angekommen zu sein.

Auswahl der Pflanzen

Ich esse viel mehr Obst als Gemüse. Bei Obst schaut die regionale Versorgung im Umkreis von Wien aber schlecht aus. Warum werden z. B. keine Melonen im Glashaus angebaut? Laut Herrn Wallner liegt das an den Preisen. Die Konkurrenz aus dem Süden sei da zu stark. Wenn überhaupt, lassen sich nur kleinere Melonen in Österreich züchten. Ich habe im vergangenen Sommer einmal eine kleine Bio-Wassermelone aus dem Burgenland im Supermarkt gesehen und gekauft. Gerade bei schweren, wasserreichen Früchten ist es ökologisch fragwürdig, diese aus dem trockenen Spanien zu importieren.

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Warum nicht im Freiland?

Wärmebedürftige Fruchtgemüsearten wie Tomaten, Paprika, Gurken und Melanzani werden fast nur noch im Gewächshaus kultiviert. Tomaten sind im Freiland außerdem anfällig für Pilzkrankheiten. Treibhaus-Früchte haben einen schlechten Ruf, aber ich wage zu bezweifeln, dass im Freiland eine bessere Qualität zu erzielen ist. Ein Beleg hierfür ist mir jedenfalls nicht bekannt.

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Geschmack und Preis – Das eine geht zu Lasten des anderen. (Seite 4 von 5)

Quellen

[1] EU-Bio und Naturland-Öko im direkten Vergleich (PDF), S. 8, Punkt 7