Mario Sedlak
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Umweltwirkungen von Windkraftwerken

Positiv

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Viele Windkraftwerke im Burgenland

Wirkungen auf den Menschen

Viele Menschen stört der Anblick von Windrädern. Das ist natürlich eine subjektive Sache. Ich finde Windräder nicht hässlich. Es würde mich interessieren, ob auch die Windmühlen, die in früheren Jahrhunderten errichtet wurden, dermaßen kritisiert wurden.

Objektive Beeinträchtigungen wie solche durch Reflexionen, Schatten oder Lärm kommen aufgrund fortgeschrittener Anlagentechnik und vergrößerter Mindestabstände zu Wohngebieten heute kaum noch vor.

Eine Gesundheitsgefährdung durch Infraschall halte ich für absurd, da andere Infraschall-Quellen wie z. B. Straßen lauter sind. Das behauptete "Windturbinen-Syndrom" erinnert stark an die angeblichen Wirkungen von Elektrosmog, die unter kontrollierten Bedingungen ebenfalls nicht nachweisbar sind.

Wirkungen auf Tiere

Am Boden lebende Tiere gewöhnen sich rasch an Windkraftwerke und werden durch sie kaum gestört oder gefährdet.

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Fast alle Vögel umfliegen Windkraftwerke in sicherer Entfernung.

Vögel und Fledermäuse können mit einem Flügelblatt eines Windkraftwerks kollidieren und erschlagen werden. Laut diversen Studien weichen die allermeisten Individuen jedoch in sicherer Entfernung aus – sogar nachts. Im Durchschnitt werden durch ein Windkraftwerk schätzungsweise ein bis drei Vögel pro Jahr getötet. An Glasscheiben, Hochspannungsleitungen und im Straßenverkehr verunglücken 10–100 Mal mehr Vögel als an Windkraftwerken.

Der Naturschutzbund widerspricht:

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Windräder am Berg sind den Tieren ziemlich egal – aber nicht den Menschen.

Wenn nachweislich bei bestimmten Windkraftwerken so viele Vögel sterben, dass die Art im Bestand gefährdet wird, muss man sicherlich Konsequenzen ziehen. Der Naturschutzbund ist aber, wie mir scheint, gegen Windkraftwerke an nahezu allen Standorten, schon allein deswegen, weil sie das Landschaftsbild "beeinträchtigen". Ich habe den Eindruck, dass entschiedene Windkraft-Kritiker wie der Naturschutzbund die Gefahr für Vögel aufbauschen, weil sie in Wirklichkeit die "fürchterliche Landschaftsverschandelung" verhindern wollen.

Bei Greenpeace findet man klare Worte:

Naturschützer, die vehement gegen Windkraftprojekte auftreten, zeugen von wenig systemischer [ganzheitlicher] Sicht. Die Zahl der Vögel und Arten, die durch ungebremsten Klimawandel ihre Brutplätze, ihre Wanderrouten verlieren werden, wird ein Vielfaches höher sein als die jener Tiere, die sich in den Rotorblättern verletzen könnten.[2]

Zustimmen kann ich auch dem, was die Betreiber eines deutschen Bürgerwindparks schreiben:

Es ist nicht glaubwürdig vertretbar, von den Vorzügen unseres Lebensstandards mit profitieren zu wollen, aber jeden dafür erforderlichen Eingriff in die Kulturlandschaft abzulehnen.

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Kosten von Windkraftwerken

Weblinks

Quellen

[1] Natur und Land. Zeitschrift des Naturschutzbund Österreich, 3/2004, S. 19
[2] Wolfgang Pekny: Kein Platz für Tiere? (PDF), Act Greenpeace, 2/2005, S. 16