Kritik an Solarzellen
Um Solarzellen gibt es meines Erachtens einen regelrechten Hype. Tw. werden sie sogar als Gestaltungselement in Fassaden oder Kunstwerken eingesetzt, obwohl sie dort weniger Ertrag als auf einem Dach bringen. Und diese Ertragseinbuße wurde u. U. sogar noch mit höheren Einspeisetarifen gefördert.
Die vorhandene Erzeugungskapazität bzw. die vorhandenen Geldmittel könnten besser genützt werden, wenn man die Solarzellen an den effizientesten Standorten anbringt anstatt zur Dekoration oder an Orten, die tw. im Schatten liegen. Im Süden von Italien oder Spanien bringt die gleiche Solarzelle um die Hälfte mehr Ertrag wie in Österreich oder Deutschland. Ich fände es daher sinnvoller, die Anlagen dort zu errichten, zumal sich in Deutschland bereits die Grenze der Aufnahmefähigkeit der Netze für Solarstrom abzeichnet.
Nicht immer die beste Alternative
Die Begeisterung für Solarzellen ist so groß, dass man darüber zu vergessen scheint, dass es auch noch Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt. Wer sein Haus besonders umweltfreundlich machen will, sollte zuerst an die Nutzung der Sonnenwärme und erst dann an Solarzellen denken, denn im Gegensatz zu Strom kann Wärme nicht von weit hertransportiert werden.
Flächenbedarf und Wirkungsgrad
Kritiker meinen, das Sonnenlicht habe "eine zu geringe Energiedichte", sodass Solarzellen keine ernstzunehmende Alternative zu konventionellen Kraftwerken sind. Das Argument finde ich befremdlich, denn es würde wohl niemand auf die Idee kommen, zu sagen, Landwirtschaft lohnt sich nicht, da die "Energiedichte zu gering" ist. Aber Solarzellen sind bei der Gewinnung nutzbarer Energie mehrere 100 Mal effizienter als Pflanzen! D. h. ein Feld, das mit Biomasse zur Energiegewinnung bepflanzt wird, liefert weniger als 1/100 so viel Ertrag wie die gleiche Fläche Solarzellen.
Der Wirkungsgrad von Solarzellen kann durch technische Fortschritte noch verbessert werden. Viel dringender wäre allerdings, den Ertrag pro Euro zu optimieren, da dieser derzeit der begrenzende Faktor ist. Flächen gibt es noch für lange Zeit genug.
Kritik von Großanlagen auf freiem Feld
Wenn einmal die ideal geeigneten Dachflächen zur Neige gehen und für eine effiziente Solarstromproduktion immer mehr offene Flächen verwendet werden, wird es mit der Beliebtheit der Solarzellen wahrscheinlich bald vorbei sein. Erste Anzeichen kann man schon erkennen:
- Naturschutzexperten lehnten die Errichtung von Solarzellen auf 2,5 ha Fläche am Wildkogel in Neukirchen (Pinzgau) ab. Das Großprojekt ist weithin sichtbar.
- Der deutsche Bauernverband kämpft gegen Solarzellen auf dem freien Feld. Bemerkenswert ist, dass er stattdessen u. a. Energiepflanzen anbauen will, obwohl diese, wie im vorigen Abschnitt angeführt, sehr ineffizient sind.
- In einigen Ländern ist die Errichtung von Solarfeldern bereits untersagt.[1]
Gefahren
Überraschende Kritik kommt von Feuerwehren:
- Solarzellen am Dach halten das Löschwasser ab, wodurch eine Brandbekämpfung erschwert wird.
- Solarzellen erzeugen eine Spannung von bis zu 1000 V, die sich nicht am Hauseingang abschalten lässt. Dazu wären spezielle Schalter direkt an den Modulen nötig, die aber nicht vorgeschrieben sind. Durch das ausgebrachte Löschwasser können Einsatzkräfte in den Stromkreis geraten. Solche Fälle gab es bereits. Daher weigern sich Feuerwehren zuweilen, einen Brand von innen zu löschen und lassen Häuser "kontrolliert abbrennen".
Siehe Gefahren durch Solarzellen in der Wikipedia und Handlungsempfehlungen für Feuerwehren
Die hohe Spannung entsteht durch die Verschaltung der Solarzellen und ließe sich vermeiden, wenn man dickere Kabel verlegt. Der Effizienzverlust wäre dann wohl vernachlässigbar. Zumindest aber sollten die Module im Notfall spannungsfrei geschaltet werden können. Der Mehraufwand hierfür wäre ebenfalls überschaubar. Erstaunlich, dass die Solarwirtschaft die Sicherheitsprobleme nicht von selbst erkannt und gelöst hat! Bei aller Begeisterung für die Energiewende – die Sicherheit sollte vorgehen.
Ein Brand kann durch die Solarzellen und die dazugehörigen elektrischen Komponenten ausgelöst werden, insbesondere wenn die Installation nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht, was leider immer wieder vorkommt.[2] In diesem Fall kann ein Versicherungsschutz erlöschen und der Betreiber kann bestraft werden.[3]
Kosten
Die hohen Kosten sind der Hauptkritikpunkt an Solarzellen und bringen ihr gutes Ansehen in Gefahr: Wer sich in Deutschland Solarzellen anschafft, fühlt sich zunehmend verantwortlich dafür, dass der Nachbar mehr für Strom zahlen muss.[4] In Deutschland zahlen Haushalte bereits eine Ökostrom-
Weiter
Siehe auch
Weblinks
- Welt.de: Der große Schwindel mit der Solarenergie, 26.6.2011 – Gute Zusammenfassung der Skeptiker-
Argumente, meiner Ansicht nach überwiegend korrekt
Quellen
[1] | Günther Brauner, TU Wien: Wege zur Nachhaltigen Energieversorgung – Herausforderungen an Speicher und thermische Kraftwerke (PDF), 2012, S. 4 |
[2] | Photovoltaik – neue Gefahrenquelle auf dem Dach? (PDF, 2 MB), Schadenprisma, 1/2014, S. 42 (im PDF S. 1) |
[3] | Photovoltaik – neue Gefahrenquelle auf dem Dach? (PDF, 2 MB), Schadenprisma, 1/2014, S. 43 (im PDF S. 2) |
[4] | Sonne, Wind & Wärme. Das Branchen- |
[5] | Sonne, Wind & Wärme. Das Branchen- |