Mario Sedlak
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Bienen füttern

37) Warum müssen Imker Bienen füttern?

Marian Aschenbrenner: Bienen müssen vor allem, wenn es trocken ist, gefüttert werden, denn dann gibt’s keinen Nektar. Oder 2021: Da hatten wir nicht einmal 20 kg Honigertrag, und 20 kg brauchen die Bienen zum Überwintern. In guten Jahren kann ein Volk 100 kg Honig machen. Das Blöde ist, dass man nicht weiß, wann es Überschüsse gibt. Oft sind sie im Frühling da, dann muss man ihnen den Honig nachher zurückgeben, aber wenn man Honig füttert, führt das meistens zu fürchterlicher Räuberei. Da bringen sich Bienen gegenseitig um.

Im Herbst, wenn es wieder feuchter wird, können die Bienen wieder einiges sammeln. Das gehört alles den Bienen. Da machen wir nur eine Kontrolle und geben ihnen die Differenz, die sie zum Überwintern noch benötigen.

Gewisse Sorten wie Waldhonig oder Raps muss man unbedingt abernten, weil sie auskristallisieren und den Bienen im Winter Verdauungsprobleme verschaffen. Auf gutem Honig könnten sie problemlos überwintern, aber den Großteil des Honigs müssen wir entnehmen, denn das ist für uns ein wichtiger Teil des Einkommens, ohne dem wir unsere Bienen nicht kostendeckend betreuen könnten.

38) Können Sie beziffern, wie viel Prozent des Honigs Sie in durchschnittlichen Jahren entnehmen?

Ich kann nur sagen: Von den 20 kg Winterfutter müssen wir knapp die Hälfte füttern.

39) Das ist dann Bio-Zucker?

Ja, das ist Bio-Zucker, und wir füttern das ganz, ganz flüssig, sodass es wie Nektar für sie ist und sie noch ganz viel Aktivität entfalten, viel bauen und ein sehr hygienisches Verhalten entwickeln. Das macht uns zwar mehr Arbeit, aber wir haben gesehen, dass das den Bienen am meisten taugt. Mit Zuckerwasser kann man das Bienenvolk bei Laune halten, sodass es gesund und stark in den Winter geht.

40) Also 1 kg entnommener Honig = 1 kg gefütterte Zuckerlösung (im Durchschnitt)?

Nein, das kann man so nicht sagen, denn was wir entnehmen, ist davon abhängig, wie gut das Jahr läuft. In guten Jahren ist es 10 : 1, nur in schlechten 1 : 1.

Die wirklich interessante Kennzahl ist: Auf wie viel Eigenhonig überwintern die Bienen? Das ist bei uns gut 50%. Und während der Sammelsaison futtern sie sowieso nur eigenen Honig. Ab April ist der zugefütterte Zucker aufgebraucht und dann erst setzen wir die Honigräume auf, in die Bienen Honig einlagern, den wir später ernten können.

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Pollen

41) Ersatzpollen brauchen Sie nicht füttern?

Nein, noch schaut es bei uns klimatisch gut aus. Wir haben in Österreich eine gute Pollenversorgung, außer in den Monokultur-Fichtenwäldern, da kann’s schon Probleme geben. Eine Vielfalt an Pollen ist für die Bienen als Vitamin- und Eiweißquelle extrem wichtig. Auch Bienen wollen keine einseitige Ernährung.

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Kübel mit Zuckerlösung über den Stöcken

42) Wenn Sie Zuckerwasser füttern, stellen Sie das vor den Stock oder in den Stock oder wie funktioniert das?

Das wird abgedeckt meistens im Stock oder über dem Stock aufgestellt, wo nur die Bienen hinkönnen, weil sonst ein Krieg um das Futter ausbricht – Wespen, Hornissen, andere Bienen, alles kommt dann. Ist auch gesetzlich verboten. Man darf nur im Bienenstock füttern.

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