Mario Sedlak
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Über meine Artikel

Herausforderungen

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Packstelle

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Praktischer Stall

23) Was sind oder waren die größten Herausforderungen bei der Hühnereierproduktion?

Die Bürokratie. Ich musste für die mobilen Hühnerställe eine Bauanzeige machen, obwohl baulich ja nichts verändert wird. Dann brauchte ich ein Grünlandgutachten. Da musste jemand vom Gebietsbauamt aus Krems kommen, der kontrolliert hat, ob die Fläche in Ordnung ist. Dann hab ich die Packstelle kontrollieren lassen müssen. Danach kam der Amtstierarzt und der Lebensmittelinspektor.

Eine andere Herausforderung war, einen passenden Stall zu finden. Ich fand drei, vier Modelle, die mir gut gefielen, aber jedes hatte seine Schattenseiten, und letztendlich habe ich dann jemanden gefunden, der mir meinen Stall nach meinen Vorstellungen baute. Ich finde 2 kleinere Ställe viel besser als einen größeren, weil man da z. B. eine junge und eine alte Partie reingeben kann.

Voriges Jahr musste ich aufgrund behördlicher Anordnung meine Hühner über 6 Monate einsperren, weil die Geflügelpest wieder in Österreich war. Ich musste sie über 3–4 Tage daran gewöhnen, weniger bzw. keinen Auslauf mehr zu haben. Dann habe ich im Altgebäude weitere Ställe errichtet, damit die Tiere wieder mehr Platz und Spielmöglichkeiten haben. Wenn die Tiere Langeweile haben, könnten sie sich gegenseitig die Federn ausrupfen. Dieses Problem hatte ich nie.

24) Die Eier zu einem kostendeckenden Preis verkaufen zu können, war kein Problem?

Ich habe einen Tag der offenen Stalltür gemacht und den Leuten alles erklärt. Dann war es auch kein Problem, als ich mit dem Eierpreis in die Höhe gehen musste. Natürlich muss auch die Qualität stimmen. Ich habe wirklich viele Kundschaften, die keine Supermarkt-Eier mehr kaufen und sich bei mir bedanken oder das Projekt loben. Diese Anerkennung, das direkte Kundenfeedback, hat mir in der Landwirtschaft vorher etwas gefehlt.

25) Wie hast du den Umgang mit den Hühnern gelernt?

Ich habe 2010 mit 7 Hühnern begonnen. Dann wurden es 10, dann 15, dann 20. Dann hatte ich zweimal 20, damit ich immer Eier habe, auch wenn eine Partie alt ist und ich die rausräume. Dann hatte ich 40 und 40. Mit jeder Partie lernst du dazu.

Schlussendlich habe ich mir überlegt: Was ist eine schöne – tiergerechte und nachhaltige – Haltungsform, wenn ich ein bisschen davon leben will? Die mobilen Hühnerställe sind in Deutschland groß im Vormarsch gewesen, aber ab 500 Tieren oder so. Ich wollte ein kleines Projekt für mich.

Ich habe natürlich viel über Hühnerhaltung gelesen, speziell in einem deutschen Forum. Beim LFI habe ich einen Kurs für Hühnerhalter gemacht. Da lernte ich über die Stempelungen, Rechte beim Verkauf, Mindesthaltbarkeitsdatum usw. Sonst habe ich eine landwirtschaftliche Facharbeiterausbildung. Die Landwirtschaft musst du aus der Praxis leben, nicht aus einer Schule. Das Verhalten von Tieren kannst du nicht in einer Schulklasse lernen, das musst du am Tier selbst erleben.

26) Hast du für deine Hühner irgendwelche Förderungen bekommen?

Ja, dadurch, dass das gerade noch in die Corona-Zeit reingefallen ist, hab ich eine kleine Corona-Förderung bekommen (ich glaube 7%). Und es gab natürlich eine Direktvermarktungs-Förderung vom Land Niederösterreich. Die war auch sehr bürokratisch. Bei der werden die Ställe gefördert, nicht der Zaun, nicht die Plastikeierhorden. Oder sie haben eine geeichte Waage bezahlt, aber den Akku von der Waage nicht, obwohl der bei meinem Kauf dabei war. Aber es war gut (rund 20%). Ohne Förderung hätte ich eineinhalb Jahre länger abbezahlt.

27) Bekommen andere konventionelle Geflügelhalter mehr Förderungen?

Das richtet sich immer nach dem Betrag, den du investierst. Und Investitionsförderung gibt es für jeden – egal, ob bio oder konventionell.

Ich bin zufrieden. Wir haben auch eine gute Bezirksbauernkammer, die mich sehr gut unterstützt hat. Alleine hätte ich den bürokratischen Bereich nicht so schnell oder nicht so gut erledigt. Ich habe auch einen Steuerberater, weil ich lieber dreimal pro Tag zu meinen Hühnern gehe und schaue, ob's ihnen gut geht. Es ist in der Landwirtschaft eh schon sehr, sehr viel zum Aufzeichnen geworden.

28) Kannst du von der Landwirtschaft gut leben?

Ich glaube, dass die Landwirtschaft grundsätzlich wieder zu den kleinbäuerlichen Betrieben zurückmuss. Aber diese sind sehr arbeitsintensiv, und wenn die Wertschöpfung immer weniger wird, geht das nicht. Ich finde es schade, dass die Menschen heutzutage für Handy, Auto und die coolsten Klamotten viel mehr ausgeben als für gute Lebensmittel.

Aktuell steigen die Preise für Lebensmittel, aber davon hat der Bauer kaum etwas. Besser: direkt beim Bauern einkaufen, dann kommt mehr Geld bei ihm an. Ich kaufe z. B. mein Schweinefleisch direkt in der Ortschaft; mein Rindfleisch bei einer Bäuerin 2 km weiter weg. Wenn die ein Hoffest macht, dann macht sie Werbung für meine Eier. Das ist immer so ein Geben und Nehmen. Für alle muss das passen.

29) Merkst du eine Klimaveränderung im Waldviertel?

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Regen im Waldviertel – ein immer selteneres Ereignis

Heuriges Jahr war wieder sehr trocken. Im Juni hat der komplette Regen gefehlt. Solche Wetterextreme wie jetzt hat es früher nicht gegeben.

30) Müsst ihr bewässern? Hättet ihr überhaupt Wasser dafür?

Es gibt in der Nachbarortschaft ein Projekt, die haben zu viert ein Bewässerungssystem gebaut, haben aber jetzt schon ein Monat kein Wasser mehr im Bewässerungsbecken. Man kann nur das Regenwasser aufsammeln. Wenn länger kein Regen da ist, hilft das nichts.

Die größeren Ortschaften hier haben Ortswasserleitungen, aber kleine Dörfer wie wir noch nicht. Da hat jeder seinen eigenen Brunnen.

31) Die Brunnen haben noch Wasser oder vertrocknen die auch schon im Sommer?

Der Grundwasserspiegel dürfte in den letzten Jahren gefallen sein, aber richtige Beschwerden habe ich noch nie gehört, außer von Bauernhöfen, die hundertjährige Brunnen haben, die wieder einmal saniert oder tiefer gegraben gehören. Mein Brunnen ist 42 Jahre alt und hat genug Wasser.

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