Mario Sedlak
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Maßeinheiten für Zeitdauern in Musik

Relative Zeitdauern

Name Länge Abk. für Anmerkung
singen/spielen Pause
  • doppeltganze Note
2 = 2 doppeltganze Note  ganze Pauseganze Pause  selten[1]
  • ganze Note
1 = 1 ganze Note  ganze Pause  aus dem Schulunterricht bekannt (zumindest die Noten für singen/spielen)
  • halbe Note
1/2 = 0,5 halbe Note halbe Pause 
  • Viertelnote
1/4 = 0,25 Viertelnote Viertelpause
  • Achtelnote
1/8 = 0,125 Achtelnote Achtelpause
  • Sechzehntelnote
1/16 = 0,0625 Sechzehntelnote Sechzehntelpause
  • Zweiunddreißigstelnote
1/32 = 0,03125 Zweiunddreißigstelnote Zweiunddreißigstelpause
  • Vierundsechzigstelnote
1/64 = 0,015625 Vierundsechzigstelnote Vierundsechzigstelpause

Kleinere als Vierundsechzigstelnoten sind zwar möglich, kommen in der Musikpraxis aber kaum vor.[2]

Punktierte Noten

Beispiel
  • ein Punkt rechts neben der Note = Verlängerung um die Hälfte ihrer Dauer
halbe NotePunkt
  • zwei Punkte = Verlängerung um drei Viertel ihrer Dauer
halbe NotePunktPunkt
  • drei Punkte = Verlängerung um sieben Achtel ihrer Dauer
halbe NotePunktPunktPunkt

Ergibt:

Name Länge Abk. für
singen/spielen Pause
  • dreifach punktierte Ganze
15/8 = 1,875 ganze NotePunktPunktPunkt  ganze PausePunktPunktPunkt 
  • doppelt punktierte Ganze
7/4 = 1,75 ganze NotePunktPunkt  ganze PausePunktPunkt 
  • punktierte Ganze
3/2 = 1,5 ganze NotePunkt  ganze PausePunkt 
  • dreifach punktierte Halbe
15/16 = 0,9375 halbe NotePunktPunktPunkt halbe PausePunktPunktPunkt 
  • doppelt punktierte Halbe
7/8 = 0,875 halbe NotePunktPunkt halbe PausePunktPunkt 
  • punktierte Halbe
3/4 = 0,75 halbe NotePunkt halbe PausePunkt 
  • dreifach punktierte Viertel
15/32 = 0,46875 ViertelnotePunktPunktPunkt ViertelpausePunktPunktPunkt
  • doppelt punktierte Viertel
7/16 = 0,4375 ViertelnotePunktPunkt ViertelpausePunktPunkt
  • punktierte Viertel
3/8 = 0,375 ViertelnotePunkt ViertelpausePunkt
  • dreifach punktierte Achtel
15/64 = 0,234375 AchtelnotePunktPunktPunkt AchtelpausePunktPunktPunkt
  • doppelt punktierte Achtel
7/32 = 0,21875 AchtelnotePunktPunkt AchtelpausePunktPunkt
  • punktierte Achtel
3/16 = 0,1875 AchtelnotePunkt AchtelpausePunkt
  • doppelt punktierte Sechzehntel
7/64 = 0,109375 SechzehntelnotePunktPunkt SechzehntelpausePunktPunkt
  • punktierte Sechzehntel
3/32 = 0,09375 SechzehntelnotePunkt SechzehntelpausePunkt
  • punktierte Zweiunddreißigstel
3/64 = 0,046875 ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelpausePunkt
Diagramm

Quelle: Wikipedia (verändert)

Solche Punkte verändern nicht die Notenlänge, sondern die Spielweise.

Ich dachte fälschlicherweise, dass der Punkt eine Betonung anzeigt; das gilt nur für einen Punkt über oder unter der Note.

Mit Haltebogen

Beliebige Noten können zu einer einzigen verbunden werden. Z. B.:

Name Länge Abk. für
singen/spielen
  • Eineinviertel-Note
5/4 = 1 + 1/4 = 1,25 Noten
  • Fünfachtel-Note
5/8 = 1/2 + 1/8 = 0,625 Noten
  • Elfsechzehntel-Note
11/16 = 1/2 + 1/8 + 1/16 = 0,6875 Noten
  • Einundzwanzig-
    sechzehntel-Note
21/16 = 1 + 1/4 + 1/16 = 1,3125 Noten

Unregelmäßige Teilungen

In der Schule habe ich mich gewundert, wieso es keine Drittelnoten, Fünftelnoten, Zwölftelnoten etc. gibt. Ein Musikstudent bestätigte meinen Verdacht, dass es diese Noten nicht gibt. Doch es gibt sie! Man kann jede Note in der Länge verändern:

Name Änderung angewandt auf ergibt Länge je Note Darstellung (Beispiel) Name
  • Triole
drei Noten in derselben Zeit wie sonst zwei Noten => Notenlänge reduziert sich um 1/3 halbe Note 1/3 ≈ 0,333333 Noten Halbentriole
Viertelnote 1/6 ≈ 0,166667 Noten Vierteltriole
Achtelnote 1/12 ≈ 0,083333 Noten Achteltriole
Sechzehntelnote 1/24 ≈ 0,041667 Noten Sechzehnteltriole
Zweiunddreißigstel­note 1/48 ≈ 0,020833 Noten Zweiunddreißigstel­triole
  • Quintole
fünf Noten in derselben Zeit wie sonst vier Noten => Notenlänge reduziert sich um 1/5 halbe Note 2/5 = 0,4 Noten Halbenquintole
Viertelnote 1/5 = 0,2 Noten Viertelquintole
Achtelnote 1/10 = 0,1 Noten Achtelquintole
Sechzehntelnote 1/20 = 0,05 Noten Sechzehntelquintole
Zweiunddreißigstel­note 1/40 = 0,025 Noten Zweiunddreißigstel­quintole
  • Sextole
sechs Noten in derselben Zeit wie sonst vier Noten => Notenlänge reduziert sich um 1/3 wie Triole Noten
  • Septole
sieben Noten in derselben Zeit wie sonst sechs Noten => Notenlänge reduziert sich um 1/7 halbe Note 3/7 ≈ 0,428571 Noten Halbenseptole
Viertelnote 3/14 ≈ 0,214286 Noten Viertelseptole
Achtelnote 3/28 ≈ 0,107143 Noten Achtelseptole
Sechzehntelnote 3/56 ≈ 0,053571 Noten Sechzehntelseptole
sieben Noten in derselben Zeit wie sonst acht Noten => Notenlänge erhöht sich um 1/7 halbe Note 4/7 ≈ 0,571429 Noten Halbenseptole
Viertelnote 2/7 ≈ 0,285714 Noten Viertelseptole
Achtelnote 1/7 ≈ 0,142857 Noten Achtelseptole
Sechzehntelnote 1/14 ≈ 0,071429 Noten Sechzehntelseptole
Zweiunddreißigstel­note 1/28 ≈ 0,035714 Noten Zweiunddreißigstel­septole
Vierundsechzigstelnote 1/56 ≈ 0,017857 Noten Vierundsechzigstel­septole

Theoretisch lassen sich so alle Bruchzahlen erhalten; in der Praxis wird davon kaum Gebrauch gemacht. Am ehesten findet man Triolen.

Bemerkenswert ist, dass die Schreibweise nicht eindeutig ist; der Leser muss selbst herausfinden, für wie viele Noten die verkürzten oder verlängerten stehen (siehe oben bei Septole). Eine Angabe wie "7:6" hat sich nicht durchgesetzt.

Aus unerklärlichen Gründen gibt es auch folgende Varianten, die eigentlich mit den normalen Noten problemlos dargestellt werden könnten:

Name Änderung angewandt auf ergibt Länge je Note Darstellung (Beispiel) Alternative Darstellung Name
  • Duole
zwei Noten in derselben Zeit wie sonst drei Noten => Notenlänge erhöht sich um 1/2 => ist dasselbe wie punktierte Note halbe Note 3/4 = 0,75 Noten = halbe NotePunkt  halbe NotePunkt Halbenduole
Viertelnote 3/8 = 0,375 Noten = ViertelnotePunkt  ViertelnotePunkt Viertelduole
Achtelnote 3/16 = 0,1875 Noten = AchtelnotePunkt  AchtelnotePunkt Achtelduole
Sechzehntelnote 3/32 = 0,09375 Noten = SechzehntelnotePunkt  SechzehntelnotePunkt Sechzehntelduole
Zweiunddreißigstel-

note

3/64 = 0,046875 Noten = ZweiunddreißigstelnotePunkt  ZweiunddreißigstelnotePunkt Zweiunddreißigstel-

duole

  • Quartole
vier Noten in derselben Zeit wie sonst sechs Noten => Notenlänge erhöht sich um 1/2 => ist dasselbe wie punktierte Note halbe Note 3/4 = 0,75 Noten = halbe NotePunkt halbe NotePunkt halbe NotePunkt halbe NotePunkt Halbenquartole
Viertelnote 3/8 = 0,375 Noten = ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt Viertelquartole
Achtelnote 3/16 = 0,1875 Noten = AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt Achtelquartole
Sechzehntelnote 3/32 = 0,09375 Noten = SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt Sechzehntelquartole
Zweiunddreißigstel-

note

3/64 = 0,046875 Noten = ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt Zweiunddreißigstel-

quartole

vier Noten in derselben Zeit wie sonst drei Noten => Notenlänge reduziert sich um 1/4 => ist dasselbe wie kleinere punktierte Note halbe Note 3/8 = 0,375 Noten = ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt ViertelnotePunkt Halbenquartole
Viertelnote 3/16 = 0,1875 Noten = AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt AchtelnotePunkt Viertelquartole
Achtelnote 3/32 = 0,09375 Noten = SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt SechzehntelnotePunkt Achtelquartole
Sechzehntelnote 3/64 = 0,046875 Noten = ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt ZweiunddreißigstelnotePunkt Sechzehntelquartole

Takt

In der westlichen Musik werden mehrere Noten zu einer Einheit zusammengefasst, deren Länge während eines Liedes normalerweise gleich bleibt, sodass sich Abschnitte gleicher Notenlängen immer wiederholen (die Noten können andere sein). Z. B. Länge von drei Viertelnoten = 3/4-Takt. Es wird nicht geschrieben: 1 Takt = 3 Viertelnote, wie es den Schreibweisen von Maßeinheiten entsprechen würde.

Weiter

Maßeinheiten für das Tempo von Musik – Absolute Zeitdauern

Quellen

[1] Werner Neumann (Hrsg.): Katechismus der Musik. Als Neubearbeitung und Erweiterung des gleichnamigen Werkes von J. C. Lobe. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1975 (1.? Aufl. 1950), S. 36
[2] Kurt Pahlen: Musik hören, Musik verstehen. Eine Plauderei mit dem Musikliebhaber. Zürich: Schweizer Verlagshaus AG, 1976, S. 107