Mario Sedlak
Strommarkt
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Firma Oekostrom als Gasanbieter

Seit 2016 verkauft die Firma Oekostrom an österreichische Haushalte und Kleinkunden auch Gas.

Herkunft

Das Gas enthält min. 10% Biogas aus zwei Biogasanlagen in Salzburg ("Biogas Zemka" und "Graskraft"). Als Rohstoffe dienen Wiesengras und Abfall.[1]

Der Rest stammt aus fossilen Quellen in Niederösterreich. Die Firma garantiert, dass kein Fracking verwendet wird. Lieferant ist die OMV.[2]

Kein Sparangebot

Im Vergleich mit 30 anderen Gasanbietern liegt die Firma Oekostrom trotz guter Noten für Angebotsvielfalt, Service und Internet am 18. Platz, weil der Preis deutlich höher als bei der Konkurrenz ist.

Verwendung des Aufpreises

Jeder Oekostrom-Gaskunde zahlt neben einem Energiepreis eine Grundgebühr von 18 €/Jahr (inkl. MwSt.), die die Firma Oekostrom für folgende Zwecke verwenden will:

Erst längerfristig ist geplant, dass die Kunden tatsächlich zumindest einen Teil Gas aus Stromüberschüssen geliefert bekommen!

Ökologische Einschätzung

In Österreich gibt es derzeit ausreichend Netz- und Speicherkapazitäten, sodass Windkraftwerke und Solarzellen hierzulande selten abgeschaltet werden müssen. Es macht daher keinen Sinn, Strom mit großem Energieverlust in Gas umzuwandeln, weil gleichzeitig Kohle oder Gas unter großen Verlusten in Strom umgewandelt wird, insb. in Deutschland, mit dem wir einen eng verflochtenen Strommarkt haben.

Es stimmt zwar, dass die Energiewende beim Heizen problematisch ist und wir noch lange mit Gas heizen werden müssen, aber es ist effizienter und billiger, zuerst 100% Ökostrom zu verwirklichen und das Geld, das eine Ökogasherstellung kosten würde, in Wärmedämmung und andere Effizienzmaßnahmen zu investieren. Stromüberschüsse kann man auch direkt in Wärme umwandeln und z. B. in Fernwärmenetze einspeisen.

Abgesehen davon scheint mir der Aufpreis hauptsächlich für Werbezwecke verwendet zu werden und nicht wirklich die Energiewende zu beschleunigen.

Vergangenheit

Zukunft

Die Firma Oekostrom schätzt, dass sie längerfristig 5500 Gaskunden gewinnen kann. Die 15 € (exkl. MwSt.) pro Kunde und Jahr summieren sich damit auf rund 80 000 €/Jahr. Viel mehr als Werbe- und Lobbyaktivitäten lässt sich damit nicht finanzieren.

Um das ganze in Österreich verbrauchte Erdgas ersetzen zu können, wären tausende derartige Anlagen nötig. Die Firma Oekostrom gibt selbst zu, dass sie keine einzige Anlage bauen wird. Nur wenn andere solche Anlagen errichten, wird sie eventuell den produzierten Wasserstoff abnehmen und weiterverkaufen.[6]

Weiter

Kritik am Gasverkauf der Firma Oekostrom

Weblinks

Quellen

[1] Oekostrom AG: Präsentation des Vorstands (PDF, 10 MB) bei der Hauptversammlung am 26.6.2017, S. 38
[2] Firma Oekostrom: Positionspapier zum Gasverkauf (PDF, 2 MB), 26.4.2017, S. 3
[3] Firma Oekostrom: Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht 2012 (PDF, 15 MB), S. 14 (im PDF S. 16)
[4] Firma Oekostrom: Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht 2015 (PDF, 1 MB), S. 7f. (im PDF S. 6f.)
[5] Oekostrom AG: Präsentation des Vorstands (PDF, 10 MB) bei der Hauptversammlung am 26.6.2017, S. 40f.
[6] Firma Oekostrom: Positionspapier zum Gasverkauf (PDF, 2 MB), 26.4.2017, S. 7

Seite erstellt am 14.12.2016 – letzte Änderung am 13.6.2018