Mario Sedlak
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Über meine Artikel

Kyoto-Ziel des Verkehrs

Der ÖAMTC und der ARBÖ meinen:

Ohne Tankexporte hat der Verkehrsbereich schon 2006 das für ihn fixierte Kioto-Ziel erfüllt.

Irrtum!

Österreich hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, seinen gesamten Treibhausgas-Ausstoß von 1990–2008 um 13% zu senken. Der Kohlendioxid-Ausstoß von Autos und Lkws in Österreich ist jedoch von 1990–2006 um 26% gestiegen.

Das ist ein beliebter Trick von Lobbys:

Abgesehen davon ist es unrealistisch, zu fordern, den Tanktourismus aus der österreichischen Klimabilanz herauszurechnen. Die Berechnungsweise für die Erreichung des Kyoto-Ziels wurde von allen teilnehmenden Ländern so vereinbart und kann wohl nicht plötzlich von einem Vertragspartner einseitig abgeändert werden. Die Emissionen werden aus gutem Grund dem Staat zugerechnet, der an den Steuern des verkauften Treibstoffs verdient.

Variante

Später haben die Autofahrerclubs ihre Behauptung geändert:

Würde nur das, was im Land verbraucht wird, in die Klima-Bilanz einfließen, hätte Österreich seine Klimaziele erreicht.[1]

Durch den Tanktourismus wird die Bilanz mit vielen Millionen Tonnen Kohlendioxid belastet.

Ohne die künstlich zugeschanzten Geistermillionen hätten wir das Kioto-Ziel fast erreicht[2]

Das ist in der Tat richtig: Zum Zeitpunkt der Aussagen lag Österreich etwa 8 Mt Kohlendioxid über dem Kyoto-Ziel, und das war in etwa der Unterschied durch den Tanktourismus. Allerdings sind in den 8 Mt auch die aus dem Ausland zugekauften Verschmutzungsrechte enthalten. Eigentlich wäre die Zielabweichung 19,2 Mt.[3] Also von Zielerreichung kann da nicht die Rede sein, aber aufgrund der irreführenden Argumentation von ÖAMTC und ARBÖ glaubt der uninformierte Autofahrer, es ist alles in Ordnung und die Politik will ihn nur abzocken.

Wieder genial gemacht von der Autofahrerlobby!

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Brauchen wir fahrleistungsabhängige Steuern?

Quellen

[1] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 3/2010, S. 8
[2] Freie Fahrt. Das Klubjournal des Arbö, 1/2010, S. 35
[3] Umweltbundesamt: Klimaschutzbericht 2009 (PDF, 5,0 MB), S. 8 (im PDF S. 12)