Supraleitung
Manche Materialien leiten elektrischen Strom verlustfrei, wenn sie tief genug gekühlt werden.
Physikalische Erklärung
[Es] glaubte niemand, dass die sogenannte Supraleitfähigkeit ... sich als Folge der bekannten Gesetze entpuppen würde. Nachdem man sich jedoch die Mühe gemacht hatte, die Sache einmal gründlich zu durchdenken, zeigte sich, dass unser gegenwärtiges Wissen zum Verständnis durchaus ausreichte.[1]
Supraleitung entsteht, wenn Elektronenpaare zu einer Art Gas kondensieren – analog zur Kondensation von Atomen bei der Bose-
Einstein- Kondensation.[2]
Es ist ein makroskopisches Quantenphänomen.[3]
In Supraleitern ... bilden die Elektronen so genannte Cooper-
Paare gemäß der 1957 von den amerikanischen Theoretikern John Bardeen, Leon Cooper und John Robert Schrieffer entwickelten BCS- Theorie der Supraleitung. Auf den ersten Blick erscheint diese Zweisamkeit widersinnig, denn Elektronen stoßen einander ab. Doch in Supraleitern sorgen die Vibrationen des Kristallgitters nahe dem absoluten Nullpunkt indirekt für eine Anziehungskraft, welche die Abstoßung überwindet.[4]
Cooper zeigte in seiner Theorie, dass ein Elektron beim Durchqueren des Festkörpers aufgrund seiner negativen Ladung eine lokale Deformation der Ionenrümpfe verursacht. [Es zieht sie zu sich.] Diese Ansammlung positiver Ionenrümpfe übt eine anziehende Kraft auf ein zweites Elektron aus.
Supraleiter
Erst seit 1987 kennt man Materialien, die bereits bei 77 K (der Siedetemperatur von Stickstoff) supraleitend sind.
Inzwischen kennt man auch Stoffe, die
- bei 250 K und einem Druck von 150 GPa oder
- bei 151 K und Umgebungsdruck
supraleitend werden.
Bis heute verstehen die Theoretiker ... nicht wirklich, warum einige der supraleitenden Materialien elektrischen Strom noch bei ungewöhnlich hohen Temperaturen verlustfrei leiten.[5]
Einige Erklärungsversuche sind in der Wikipedia zu finden.
Manche Supraleiter sind oberhalb ihrer Sprungtemperatur Isolatoren!
Anwendungen
- hauptsächlich für stärkste Elektromagnete
- vereinzelt (z. B. in Südkorea[6]) als supraleitende Kabel in Stromnetzen,[7] etwa als
- Kurzschlussstrombegrenzer (Vorteil: geringer Spannungsabfall, rasches Wiedereinschalten) oder
- leistungsstarke Leitung bei geringem Platzbedarf
Problem
Bei den Tieftemperatur-
Supraleitern ist die Herstellung kostengünstig, die Kühlung aufwendig. Bei den Hochtemperatur- Supraleitern ist die Herstellung aufwendig, die Kühlung einfach.
Zukunft
Ich glaube nicht, dass uns Supraleiter „vielleicht in Zukunft helfen“ werden, „überschüssigen Strom zu speichern.“[8] Supraleitende Spulen können allenfalls kürzeste Schwankungen ausgleichen. Der Transport zu Stromspeichern verursacht ohnehin nur ca. 5–
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Quellen
| [1] | Richard P. Feynman: Vom Wesen physikalischer Gesetze. München: Piper, 1990 (amerik. Original 1967), S. 185f. |
| [2] | Bild der Wissenschaft, 4/2000, S. 52 |
| [3] | Hermann Haken, Hans Christoph Wolf: Atom- und Quantenphysik. Einführung in die experimentellen und theoretischen Grundlagen. Berlin: Springer, 8. Aufl. 2004, S. 432 |
| [4] | Spektrum Highlights (Sonderheft von Spektrum der Wissenschaft), 3.2017, S. 37 |
| [5] | Spektrum Highlights (Sonderheft von Spektrum der Wissenschaft), 3.2017, S. 53 |
| [6] | Leser, Technology Review, 2.2020, S. 6 |
| [7] | Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ): VEÖ- |
| [8] | Roger Hackstock: Energiewende. Die Revolution hat schon begonnen. Wien: Kremayr & Scheriau, 2014, S. 9 |