Mario Sedlak
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Schutzanoden neu und verbraucht

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Der Magnesiumstab löst sich im Laufe von Jahren auf.

Korrosionsschutzanode für den Warmwasserspeicher

Damit der Warmwasserspeicher nicht zu rosten anfängt, gibt es im Inneren einen speziellen Stab, der sich anstelle der Speicherwand auflösen soll. Das tut er auch im Laufe von einigen Jahren und daher muss er bei jeder Wartung überprüft und ggf., wenn er zu dünn geworden ist, ersetzt werden.

Nach meiner Erfahrung wissen viele Benutzer, ja sogar manche Handwerker, über dieses wichtige Bauteil nicht Bescheid. In Folge dessen ist der Speicher nach ca. 15 Jahren durchgerostet und unbrauchbar. Mit funktionstüchtiger, ggf. erneuerter Schutzanode kann er doppelt so lange halten!

Beschaffung

Bei mir war die Korrosionsschutzanode nach 10 Jahren eindeutig auszutauschen, da sie sich bereits auflöste und als Schlamm am Boden des Speichers ablagerte. Ich fragte in einem Baumarkt, aber obwohl sie Warmwasserspeicher verkaufen, scheinen Schutzanoden dort vollkommen unbekannt zu sein. In einem Sanitärfachgeschäft dann die nächste Verblüffung: Eine Schutzanode ist kein Standardteil, den man einfach so kaufen kann wie eine Gummidichtung, sondern ein Ersatzteil, den man beim Hersteller bestellen muss.

Im Online-Shop von Siemens wurde ich schließlich fündig. Kosten: 63,60 € inkl. MwSt. und Versand (Juni 2012). Merkwürdigerweise sank der Preis 2 Monate nach meiner Bestellung auf ca. 45 €.

Siemens hat auch ein Geschäft für Haushaltsgeräte, aber weil Korrosionsschutzanoden so selten nachgefragt werden, war für mein Gerät keine vorrätig. Ich bekam sie in wenigen Tagen per Post.

Einbau

"Einbauanleitungen sind nicht erhältlich. Ersatzteile sind durch geschultes Fachpersonal zu erneuern", informierte Siemens.[1] Man kann auch Siemens selbst kommen lassen und im Zuge einer Wartung die Korrosionsschutzanode austauschen lassen.

Die Anode ist bei meinem Modell ein 38 cm langer und 21 mm dicker Magnesiumstab, der am abschraubbaren Boden des Speichergefäßes mittels Muttern befestigt wird. Zum Austausch der Anode muss der Speicher vom Stromnetz getrennt, komplett entleert und geöffnet werden.

Wirkprinzip

Die Schutzanode wird mit einem eigenen Stromkabel mit der Speicherwand verbunden (steht aber nicht unter Netzspannung). Über das Wasser im Speicher wird ein Stromkreis ähnlich wie in einer Batterie geschlossen. Weil Magnesium unedler als Stahl ist, löst das Wasser positiv geladene Magnesium-Atome aus dem Stab. Ohne Stab würde das Wasser positiv geladene Eisen-Atome aus der Speicherwand lösen (denn auch die beste Emaillierung ist nicht perfekt).

Der Verschleiß der Schutzanode ist prinzipbedingt. Sie wird zugunsten der Speicherwand "geopfert" und heißt deswegen auch "Opferanode".

Weiter

Sicherheitsventil für den Warmwasserspeicher – Sollte man regelmäßig überprüfen.

Quellen

[1] FAQ im Siemens-E-Shop (seit September 2013 nicht mehr aufrufbar)