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Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung
Die kosmische Hintergrundstrahlung wurde 1964 erstmals empfangen, und zwar als störendes Rauschen in einer leistungsfähigen Antenne.
Der bekannte Mythenaufklärer Werner Gruber erzählt dazu:
2 Wissenschaftler haben dieses Rauschen untersucht, und sie wussten nicht, wo’s herkam. Urknall-
Forscher haben gesagt: „Da muss es was geben, aber wir haben es noch nicht gesehen.“ Durch Zufall haben sie sich auf einer Konferenz getroffen – alle haben miteinander den Nobelpreis bekommen.[1]
Irrtum!
- Die „2 Wissenschaftler“ sind offenbar Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson, die mit der Holmdel-
Horn- Antenne in New Jersey (USA) experimentierten. - Die „Urknall-
Forscher“ sind vermutlich Robert H. Dicke, Jim Peebles und David Wilkinson von der Princeton Universität (nur 60 km von der Holmdel- Horn- Antenne entfernt).
Aber:
- Die „2 Wissenschaftler“ und die „Urknall-
Forscher“ haben sich nicht auf einer Konferenz getroffen, sondern ein gemeinsamer Bekannter (Bernard F. Burke) stellte den Kontakt her. - Den Nobelpreis haben nicht „alle miteinander“ bekommen, sondern nur die „2 Wissenschaftler“ (1978). Erst 2019 (2 Jahre nach Grubers Erzählung) hat auch der „Urknall-
Forscher“ Jim Peebles einen Nobelpreis erhalten.
Glaubwürdigere Erzählung
In den sechziger Jahren war eine Arbeitsgruppe an der Princeton University in New Jersey eifrig auf der Suche nach der Hintergrundstrahlung ... Langsam und methodisch entwickelten die Mitglieder des Teams ihre Versuchsanordnung. ... Robert Dicke und seine Arbeitsgruppe waren davon überzeugt, dass sie die ideale Versuchsanordnung gefunden hätten, und erörterten gerade bei ein paar Sandwiches die nächsten Schritte, als das Telefon läutete. Es war ein Anruf von zwei Wissenschaftlern der Bell Telephone Company nicht weit von Princeton, die mit Vorarbeiten zu den ersten Satellitenübermittlungen von Rundfunksignalen beschäftigt waren und rätselhafte Störgeräusche über eine ihrer Antennen empfingen. ...
Ja, sie [die Störung] liege offenbar gleichbleibend bei 3 Grad Kelvin – nur drei Grad über dem absoluten Nullpunkt. Ja, egal, wohin sie die Antenne richteten. Dickes Gesicht wurde lang und länger, nicht anders erging es dem Rest seiner Mannschaft. Als er den Hörer auflegte, erklärte er: „Also, Leute, die sind uns zuvorgekommen.“ Jemand hatte ihnen die Entdeckung, von der sie angenommen hatten, sie könnte ihnen den Nobelpreis eintragen, vor der Nase weggeschnappt.[2]
Quellen
| [1] | Lebenselixier Licht. Wie Farben unseren Körper steuern, Fernsehdokumentation, 2017, produziert für den ORF, ab 43:35 |
| [2] | David Filkin: Stephen Hawkings Universum. München: Heyne, 1997 (Aus dem Englischen), S. 98f. |
