Mario Sedlak
Umweltschutz
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So voll war die Station leider nur bei Protestveranstaltungen.

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Protest gegen die Schließung der Station

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Lobau, von der Station aus gesehen

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Die Station ist seit 14.12.2014 dauerhaft geschlossen.

Schnellbahnstation Lobau

Die Wiener Schnellbahn hatte bis 13.12.2014 eine Haltestelle in der Lobau. Das dortige Gebiet ist relativ dünn besiedelt (siehe Plan). Zuletzt wurden laut ÖBB nur noch 50 Fahrgäste pro Tag gezählt. Das war eines der Argumente, warum die Station aufgelassen wurde. Als Ersatz steht in rund 1 km Entfernung die U2 zur Verfügung, die mittels Buslinien auch aus dem Einzugsbereich der ehemaligen Station Lobau erreicht werden kann.

Kritik

Für die Strecke "Lobau – Wien Hauptbahnhof" braucht man öffentlich nun 20–30 Minuten länger (13–21 Minuten von Lobau bis Stadlau + größere Zeitreserve + Rückfahrt nach Lobau). Eine Bürgerinitiative forderte daher den Erhalt der Station. 200 Stunden Mediation mit den ÖBB verliefen aber ohne Ergebnis.

Vergangenheit

Die Station Lobau war 1995/96 schon einmal geschlossen (sogar abgerissen) und wurde dann um rund 1,6 Millionen € neu gebaut!

Politische Unterstützung

Den Erhalt der Station forderten:

Meine Meinung

Für eine Handvoll Fahrgäste zahlt es sich wirklich nicht aus, eine eigene Schnellbahnstation zu betreiben. Natürlich ist das für Betroffene, die nun zum Pendeln jeden Tag 1 Stunde länger brauchen, eine gravierende Verschlechterung. Aber fast alle Menschen profitieren von der Schließung (kürzere Fahrzeiten, geringere Kosten). Die Auflassung der wenig benutzten Haltestelle ist daher demokratisch gerechtfertigt.

Politikern bringt es nichts, den Leuten reinen Wein einzuschenken. Sie können leicht etwas fordern. Geld bieten sie nicht an. Damit ist klar, dass sie sich nur populistisch auf die Seite der Wähler schlagen und nicht ernsthaft für den Weiterbetrieb der unrentablen Station einsetzen.

Auch von der Bürgerinitiative sehe ich nur Forderungen, aber keine Angebote. Sie sammelte 2761 Unterstützungserklärungen, aber wirkungsvoller wäre eine Steigerung der Fahrgastzahlen. Wut und Solidaritätsbekundungen sind zu wenig – die Züge müssen voller werden. Übermäßige Proteste können meiner Meinung nach sogar kontraproduktiv sein, weil sie Entscheider davon abhalten, ein Angebot des öffentlichen Verkehrs probeweise einzuführen, wenn es im Fall, dass es nicht genügend angenommen wird, so schwierig beendet werden kann.

Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Fahrrad bis zur nächsten U-Bahn- oder Schnellbahnstation zu fahren. Das ist schneller und flexibler als mit dem relativ selten fahrenden Bus. Von der Bürgerinitiative wird diese Alternative aber nicht genannt.

Weiter

Argumente pro und contra Schnellbahnstation Lobau

Quellen

[1] Protokoll über die Sitzung der Bezirksvertretung Donaustadt am 28. Mai 2014 (PDF), S. 20