Mario Sedlak
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Unterschiede in den Denkweisen von Philosophen und Wissenschaftlern

Ich habe die Unterschiede in den Denkweisen von Philosophen und Wissenschaftlern, so wie ich sie sehe, anhand einiger typischer Fragen zusammengefasst:

Philosophische Frage Wissenschaftliche Frage
Gibt's Atome wirklich oder ist das nur eine bequeme Arbeitshypothese, um schneller zu genaueren Ergebnissen zu kommen? Liefert das Modell (in dem Fall: Atome) zuverlässige Aussagen?
Was sind Atome wirklich? Wie verhalten sich Atome? (Wobei für einen Physiker die physikalische Interpretation eines Modells schon auch wichtig ist, aber nur um Ideen für weitere Modelle und weitere Gesetzmäßigkeiten zu finden.)
Gibt es die Sachen wirklich, von denen im Modell die Rede ist? Sind die Sachen beobachtbar? (Wenn nein, dann ist die Frage belanglos.)
Basiert das Modell nicht auf vielen unhinterfragten Voraussetzungen? Auf welchen Voraussetzungen beruht das Modell? Gibt es ein besseres Modell?
Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Theorie? Welche beobachtbaren Konsequenzen ergeben sich aus der Theorie?
Ist die Theorie eindeutig wahr? Steht die Theorie in Übereinstimmung mit dem, was wir sonst noch wissen und beobachten können? Hat sie sich bewährt? Gibt es Widersprüche?
Wäre es nicht besser für die Menschheit, wenn die Theorie falsch ist? Was spricht für und was gegen die Theorie – unabhängig von unseren Wünschen? (Es muss sich die Menschheit selber fragen, wie man verhindern kann, dass wissenschaftliche Erkenntnisse missbraucht werden. Auch die Wissenschaftler sind Teil der Menschheit.)
Ist es nicht eine willkürliche Einschränkung, sich auf solche Fragen zu beschränken, die aufgrund wissenschaftlich anerkannter Denkvorstellungen gültige Antworten liefern können? Wurden irgendwelche kritischen Voraussetzungen der Theorie übersehen? Flossen in die Theorie unbemerkte Vorurteile ein? Wenn ja, welche? Welche bessere Methode zur Erkenntnisgewinnung gäbe es?

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Bewusstsein aus Sicht der Philosophie