Mario Sedlak
Philosophie
Wissenschaft
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Philosophie und Wissenschaft

Nach meiner Definition der Philosophie bilden Philosophie und Wissenschaft Gegensätze:

Das sind völlig unterschiedliche Denkweisen! Hierin sehe ich den Grund, warum sowohl viele Philosophen die Naturwissenschaftler für beschränkt und eingebildet halten als auch viele Naturwissenschaftler keinen Sinn in der Philosophie erkennen können.[1]

Die Philosophie versteht sich auch selbst als Gegenspieler der Wissenschaft:

Viele Bewunderer der Wissenschaft meinen, sie unterscheide sich gerade darin von der Religion, dass sie Glauben durch Vernunft ersetzt. Eben diese Meinung ist nach meiner Ansicht eine Äußerung ihres Glaubens.[2]

Die Wissenschaft scheint aus Sicht vieler Philosophen ein zu hohes Ansehen zu haben:

viele Menschen erkennen, dass die durch wissenschaftliches Denken erfassbare ... Wirklichkeit ... nicht die eigentliche, die ganze Wirklichkeit darstellt und ... dass es deshalb ... dringend nötig ist, wieder auf die prinzipiellen Grenzen der Wissenschaft ... hinzuweisen.[3]

So betrachtet wird mir mit einem Mal klarer, welchen Sinn die philosophische Kritik an der Wissenschaft haben soll: Damit soll die Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen erschüttert werden. Das ist offenbar eines der Hauptziele der Philosophie. Dabei behaupten die Philosophen niemals, dass sie selbst "Weise und Wissende" sind; "sie suchen nur immer nach Wissen."[4]

Die Physik kann, im Gegensatz zur Philosophie, aus ihren Systemen künftige Ereignisse vorausberechnen.[5]

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Philosophische Kritik an der Wissenschaft

Quellen

[1] Josef Tomiska: Gott und die moderne Physik. Wien: Universität Wien, 2004, S. 62
[2] Carl Friedrich von Weizsäcker: Die Tragweite der Wissenschaft. 1964 (lt. einem Beitrag in einem Diskussionsforum)
[3] Helmut A. Müller (Hrsg.): Naturwissenschaft und Glaube. Namhafte Natur- und Geisteswissenschaftler auf der Suche nach einem neuen Verständnis von Mensch und Technik, Gott und Welt. Bern: Scherz, 1. Aufl. 1988, S. 68
[4] Josef Tomiska: Gott und die moderne Physik. Wien: Universität Wien, 2004, S. 9
[5] Walter R. Fuchs: Knaurs Buch der modernen Physik. München: Droemer Knaur, 1965, S. 36