Mario Sedlak
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Harmonietheorie über das Hören von Musik

Wenn man Musiker fragt, was schöne Musik ausmacht, dann verweisen sie meistens auf Gesetze der Harmonie, die man an der Musikschule lernen könne. Schöne Musik wäre damit gleichbedeutend mit besonders harmonischen Tönen, Melodien und Klängen. Der Musikliebhaber suche "Menschlichkeit, Gefühl, Geist, Anregung, Spannung. In erster Linie vielleicht Schönheit, das uralte Menschheitsideal."[1]

Gegenargumente

"Schönheit" ist sehr relativ:

Würden die Menschen am liebsten möglichst "harmonische" Musik hören, dann dürfte es nicht so viele unterschiedliche Musikgeschmäcker geben. Mir gefällt die Musik der 1990er Jahre. Warum gefällt mir weder die Musik aus der Zeit davor noch danach so gut? Und wieso bevorzugen andere Menschen ganz andere Musikrichtungen? Die Harmonietheorie kann darauf keine Antwort geben.

Nach meiner Beobachtung ist Schönheit immer subjektiv, eine Bewertung durch die eigenen Gefühle – auch wenn einem das nicht so erscheint. Ich hatte da ein sehr aufschlussreiches Erlebnis: Das Video zu Stay von Shakespears Sister habe ich 1995 zum 1. Mal gesehen. Es hat mich sehr angesprochen. Daraufhin gefiel mir auf einmal auch das Lied, wobei mein Gefühl ausdrücklich darauf bestand, dass es ein gutes Lied ist. Damit hatte ich mein Gefühl der Lüge überführt, denn das Lied selbst kannte ich schon 2 Jahre, hörte es auch unzählige Male, und wenn es wirklich so schön ist, dann hätte das meinem Gefühl schon eher auffallen müssen. Dieses Beispiel spricht eher für die Assoziationstheorie über das Hören von Musik – und dafür, dass Gefühle gerne die Welt vereinfachen.

Mein Fazit

Nicht nur die Musik an sich, sondern das, was man mit ihr verbindet, entscheidet darüber, ob sie einem gefällt.

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Assoziationstheorie über das Hören von Musik

Quellen

[1] Kurt Pahlen: Musik hören, Musik verstehen. Eine Plauderei mit dem Musikliebhaber. Zürich: Schweizer Verlagshaus AG, 1976, S. 174
[2] Hans Huber, Oskar Schatz (Hrsg.): Glaube und Wissen. Symposion des römischen Sekretariats für den Dialog unter der Patronanz der Bayrischen Akademie der Wissenschaften vom 24.–26. April 1978 in München. Wien: Herder, 2. Aufl. 1981, S. 54