Mario Sedlak
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Wissenschaftliche Beobachtungen zur Gänsehaut beim Hören von Musik

Das Auftreten von Gänsehaut beim Hören von Musik wird mittlerweile auch von der Wissenschaft erforscht. Sogar eine eigene "Gänsehaut-Kamera" wurde entwickelt. Der Fachbegriff für die über den Rücken laufenden "Schauer" ist "Chill-Reaktion".

Verbreitung

Etwa 70% der Bevölkerung erleben gelegentlich eine Gänsehaut beim Musikhören. Unter Musikstudenten waren es in einer Umfrage 90%, bei Verwaltungsmitarbeitern einer Forschungseinrichtung nur 53%.[1]

Während manche Menschen eine angenehme Gänsehaut überhaupt nicht kennen, ist sie für andere ein alltägliches Erlebnis. Letztere weisen häufiger folgende psychologische Merkmale auf:[2]

Bei Kindern scheint Musik noch keine Gänsehaut auszulösen. Das dürfte frühestens kurz vor Erreichen der Pubertät passieren.[3]

Bedingungen des Auftretens

Generell sind die Gänsehaut-Erlebnisse nicht leicht auszulösen. In einem Experiment wurde Amateur-Chorsängern 7 Tage hintereinander dieselbe Musik vorgespielt. Es konnten keine Eigenschaften der Musik gefunden werden, die bei unterschiedlichen Hörern Gänsehaut hervorrufen. Selbst bei ein und demselben Versuchsteilnehmer waren die Reaktionen von Tag zu Tag unterschiedlich. Tendenziell trat die Gänsehaut im Laufe der Zeit immer seltener auf.[4]

Die Gänsehaut-Erlebnisse scheinen nicht nach einem einfachen Reiz-Reaktions-Schema ausgelöst zu werden. Man kann nur sagen, was sie eher auslöst:[5]

Vergleich mit meinen Theorien

Dass die Gänsehaut eher bei Neuem auftritt und bei 7-tägiger Wiederholung immer seltener wird, deckt sich mit meiner Lerntheorie über das Hören von Musik.

Hingegen scheint meine Theorie, wonach die Gänsehaut signalisieren soll, dass man ungestört sein will, dem Umstand, dass die Schauer in Gesellschaft von Freunden seltener sind, zu widersprechen. Gerade wenn man nicht allein ist, würde das Signal, dass man ungestört sein will, gebraucht. Es könnte aber sein, dass sich Versuchspersonen lieber mit ihren Freunden als mit der Musik beschäftigt haben. Ich müsste mir den Versuchsaufbau der Studie näher anschauen.

Außerdem würde ich nach meiner Theorie erwarten, dass auch Kinder Gänsehaut-Erlebnisse haben.

Weiter

Evolutionärer Ursprung der Gänsehaut beim Hören von Musik

Quellen

[1] Eckart Altenmüller und Reinhard Kopiez: Starke Emotionen und Gänsehaut beim Musikhören: Evolutionäre und musikpsychologische Aspekte (PDF), 2012, S. 59 (im PDF S. 5)
[2]
[3] Eckart Altenmüller und Reinhard Kopiez: Starke Emotionen und Gänsehaut beim Musikhören: Evolutionäre und musikpsychologische Aspekte (PDF), 2012, S. 61 (im PDF S. 7)
[4] Eckart Altenmüller und Reinhard Kopiez: Starke Emotionen und Gänsehaut beim Musikhören: Evolutionäre und musikpsychologische Aspekte (PDF), 2012, S. 60 (im PDF S. 6)
[5]

Seite erstellt am 18.10.2013 – letzte Änderung am 28.8.2015