Schimmel in der Wohnung
Immer wieder lese ich Warnungen, dass auch unbenutzte Räume nicht viel weniger beheizt werden dürfen, weil sich sonst an den kalten Wänden Wasserdampf niederschlägt, und der bildet den Nährboden für Schimmel. Aus demselben Grund wird das Durchheizen auch bei längeren Abwesenheiten empfohlen.
Ich kann mir das schwer vorstellen, dass bei jedem Einsparen von Heizenergie gleich ein Schimmelbefall droht. Ich hatte noch nie Schimmel in der Wohnung.
Warum war das früher kein Problem?
Früher hat man auch nicht alle Räume beheizt. Allerdings gab es früher auch keine so gut abgedichteten Fenster wie heute. Wurde durch den ständigen Luftaustausch überschüssiger Wasserdampf entfernt? Aber wieso heißt es dann, man soll Fenster im Winter niemals gekippt lassen, weil dann das Mauerwerk auskühlt und es schimmelt erst recht?[1]
Irgendwie ist mir das alles noch nicht klar. Vielleicht ist Kippen nur in beheizten Räumen schimmelfördernd? Oder vielleicht darf das Fenster nur ganz wenig geöffnet sein?
Der Physiker Rüdiger Paschotta meint:
- Schimmel war früher sogar häufiger als heute ein Problem in Wohnräumen.
- Undichte Fenster tragen i. A. zu wenig zur nötigen Belüftung bei.
- An alten Fenstern schlägt sich aber das Wasser sichtbar nieder, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, sodass die Bewohner zum Lüften angeregt werden.
- Bereits bei 80% Luftfeuchtigkeit kann Schimmel wachsen. (Es muss also gar kein Wasser kondensieren.)
Mein Tipp
Ich würde nicht auf Verdacht gut einheizen, sondern mir die Sache zunächst einmal genau anschauen, z. B. durch Messung der relativen Luftfeuchtigkeit in den betroffenen Räumen. Solange diese nicht zu hoch ist, kann kein Schimmelproblem entstehen. Man muss aber wirklich in den kühlsten Ecken messen.
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Weblinks
- Energiesparhaus.at: Schimmel in der Wohnung – Ausführliche Erklärungen zu Ursachen und Hilfe bei Schimmelbildung
- Rüdiger Paschotta: Ratgeber zu Schimmel und Feuchtigkeit in Wohnräumen
- Umweltberatung: Die zehn häufigsten Schimmelirrtümer
Quellen
[1] | Die Umweltberatung:
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