Mario Sedlak
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Österreich soll 100 Millionen € zahlen – und das ist nur ein Bruchteil der tatsächlich verursachten Kosten.

Kosten des Klimawandels

Die "Entsorgung" von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre verursacht Kosten, die man nicht direkt sieht, weil sie an ganz anderer Stelle auftreten:

Auch wenn die Klimaskeptiker etwas anders behaupten: Diese Folgen des Klimawandels sind heute unter seriösen Wissenschaftlern keineswegs mehr umstritten. Offen ist nur noch, wie hoch die Schäden sein werden.

Schätzungen zufolge kann z. B. Deutschland bis 2050 mit Kosten von 800 Milliarden Euro rechnen. Das sind 10 000 Euro pro Einwohner. Für Österreich wird der Schaden im Jahr 2050 auf 3,8–8,8 Milliarden €/Jahr beziffert. Heute soll es bereits 1 Milliarde €/Jahr an klimabedingten Schäden in Österreich geben.[1]

Summiert man alle Kosten, die durch den Klimawandel weltweit irgendwann auftreten werden, und teilt diese auf den gesamten Kohlendioxid-Ausstoß der Menschheit auf, dann kommt man auf etwa 30–100 Euro pro Tonne Kohlendioxid. Als "bester Schätzwert" werden 80 €/t genommen.[2] Zum Vergleich:

Vermeidungskosten

Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Folgen des Klimawandels bis zu 20% der Wirtschaftsleistung kosten. Das hieße Wirtschaftskrise und Armut.

Glücklicherweise ist es aber noch nicht zu spät, um das zu verhindern. Eine drastische Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes ist zwar auch nicht gratis, aber weitaus billiger (1% der Wirtschaftsleistung). Voraussetzung dafür ist jedoch, dass

Zu den kostengünstigsten Gegenmaßnahmen zählen:

Kohlendioxid sollte man nicht mehr gratis freisetzen dürfen. Schon bei einem Preis von 20 €/t werden viele Klimaschutzmaßnahmen Gewinn bringend.

Um den Kohlendioxid-Anteil so zu stabilisieren, dass der Klimawandel beherrschbar bleiben sollte, müssen wir bis zum Jahr 2035 alle Maßnahmen bis zu jenen mit Kosten von 80–120 USD/t (in heutigem Geldwert) ausschöpfen.[3]

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Weblinks

Quellen

[1] Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich: eine ökonomische Bewertung für alle Bereiche und deren Interaktion. Hintergrund und Ergebnisse des Forschungsprojekts COIN (PDF), S. 4
[2] Deutsches Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Erneuerbare Energien in Zahlen (PDF), 6 MB, 2012, S. 47
[3] Kiel Earth Institute: Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der Debatte zu Climate Engineering (PDF, 5 MB), Studie im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 2011, S. 58 (im PDF S. 72)