Mario Sedlak
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Jeder solche Heizstrahler verbraucht 1 kW oder mehr – das würde für die Beheizung eines ganzen Passivhauses reichen.

Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung ist eine Stromheizung, die höhere Temperaturen erreicht, sodass von ihr eine deutlich fühlbare Wärmestrahlung ausgeht.

Vorteile

Nachteile

Effizienz

Infrarotheizungen werden als moderne, sparsame Heizungen beworben. In Wahrheit sind sie große Stromfresser. Eine Wärmepumpe braucht für die gleiche Heizleistung nur 1/4 bis 1/3 so viel Strom wie eine Infrarotheizung.

Theoretisch kann der Raum kühler bleiben, weil die Infrarotheizung nicht die Luft, sondern direkt die angestrahlten Objekte bzw. Personen erwärmt. In der Praxis wird im Dauerbetrieb jedoch auch der Raum warm, sodass eine Infrarotheizung nur ca. 5–10% weniger Strom als eine einfache Stromheizung braucht.[1]

Behaglichkeit

Mit zentral im Raum an der Decke montierten Infrarot-Heizelementen wird es nie wirklich gemütlich: Selbst direkt unter diesen bleiben die Zehen kalt, während der Kopf zu heiß wird.[2] Wahrscheinlich müsste man nahezu die gesamte Decke mit Heizelementen versehen, damit die Erwärmung als einigermaßen gleichmäßig und angenehm empfunden wird.

Besser wäre die Montage an den Wänden, da Menschen bei seitlicher Bestrahlung höhere Temperaturdifferenzen tolerieren[3] und so auch die Füße eher warm werden. Infrarotheizung braucht man hierfür allerdings nicht, da jede Fußboden- oder Wandheizung rund 75% der Wärme in Form von Infrarotstrahlung abgibt.[4]

Verwendung

Als Dauerbeheizung von Aufenthaltsräumen sind Infrarotheizungen nicht sinnvoll.

Sparsam sind Infrarotheizungen nur bei gelegentlicher Nutzung, z. B.

In Kirchen oder großen Werkhallen sind Infrarotheizungen, die einzelne Plätze erwärmen, effizienter als Heizungen, die das gesamte Gebäude erwärmen. Freilich wäre es noch besser, kleine, geschlossene Aufenthaltsräume zu schaffen, wenn das möglich ist. Das gilt erst recht, wenn Außenflächen mit Infrarot beheizt werden – Umweltschützer erachten das meist als pure Verschwendung.

Infrarotstrahler sind nützlich, um nach einem Wasserschaden Mauern oder Böden rasch zu trocknen, damit kein Schimmel wächst. Noch besser wäre allerdings eine Wärmepumpe, die den Raum gleichzeitig entfeuchtet. Dann muss der Wasserdampf nicht weggelüftet werden.

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Wärmespeicher

Quellen

[1]
  • Folder "H9_Infrarotheizungen_final.pdf" der Kärntner Energieberatungsstelle (nicht mehr aufrufbar)
  • Vgl. Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie: Abschlussbericht InfraMess (PDF). Begleituntersuchung für ein Infrarot-Heizsystem und ein fernwärmebasiertes Radiatorensystem, Wohnanlage Kaindorf a. d. Sulm, 2018, S. 21 (im PDF S. 23) – "Eine offensichtliche, signifikante Abweichung zwischen Fernwärme-Heizung und IR-Heizung ist nicht erkennbar."
[2] Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie: Abschlussbericht InfraMess (PDF), S. 34 (im PDF S. 36)
[3] Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie: Abschlussbericht InfraMess (PDF), S. 38 (im PDF S. 40)
[4] Bernhard Reinitzhuber: "Infrarot-Heizung": Mythos und Wahrheit dieser Stromdirektheizung (PDF), S. 1