Mario Sedlak
Umweltschutz
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Schautorfstich im Hochmoor Schrems (Niederösterreich)

Torf

Torf ist in einem Moor das, was in anderen Böden der Humus ist: abgestorbene Pflanzenteile. Im Laufe von Jahrmillionen kann Torf zu Braunkohle werden. Wie Braunkohle kann auch Torf als Energiequelle genutzt werden. Der Energiegehalt stammt vom Kohlenstoff, der im Torf gebunden ist.

Heutzutage wird Torf in Mitteleuropa hauptsächlich als Bestandteil von Pflanzenerde verwendet.

Vorteile

Torf ist extrem nährstoffarm und als solches kinderleicht zu "manipulieren", also mit Zusätzen ideal auf den gewünschten Nährstoffgehalt und pH-Wert einstellbar. Torf lockert den Boden auf, kann sehr viel Wasser speichern und ist generell frei von Unkrautsamen. Obendrein ist er in trockenem Zustand federleicht – lässt sich also leicht transportieren. Hauptargument für seine Beliebtheit ist jedoch sein niedriger Preis.[1]
Torf bietet, abgesehen vom tiefen Nährstoffgehalt, sowohl Jung-, als auch Zierpflanzen nahezu ideale Substratbedingungen hinsichtlich Wasserführung und Strukturstabilität. Gleichwertige Ersatzstoffe stehen für die ökologische Produktion gemäß Verbandsrichtlinien nicht zur Verfügung.[2] [Stand: 2005]

Umweltwirkungen

Durch den Torfabbau werden die Moore unwiederbringlich zerstört. Die im Moor lebenden seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Durch die fortwährende Moorzerstörung entfallen zum einen wichtige Kohlenstoffspeicher und zum anderen führt die Entwässerung zur massiven Freisetzung von Kohlenstoffdioxid. Eine Renaturierung der abgetorften Moore ist so gut wie unmöglich.[3]

Verwendung

Die meiste Pflanzenerde, die man zu kaufen bekommt, enthält Torf. Sogar "Bio-Erde" hat bis zu 80% Torfanteil (ist auf der Verpackung nachzulesen). In der biologischen Landwirtschaft wird tw. Erde mit nicht viel weniger Torf eingesetzt. Torffreie Erde gibt es, allerdings ist sie meist teurer und das Ergebnis ist nicht immer genauso gut, z. B. weil die Nährstoffe nicht gleichmäßig abgegeben werden und die Qualität schwanken kann. Ich verwende dennoch ausschließlich torffreie Erde für meine Zimmer- und Balkonpflanzen.

Österreich importiert 163 000 t Torf pro Jahr (Stand: 2013), hauptsächlich aus Nord- und Osteuropa.[4] In Deutschland werden jährlich 10 Millionen m3 Torf verbraucht, davon 2,5 Millionen m3 von Freizeitgärtnern. (1 m3 lufttrockener Torf wiegt 0,8–1,4 t.)

In der gesamten EU werden jährlich 68 Millionen m3 Torf verbraucht (Stand: 2008), davon

Notwendigkeit

Den Hobbygärtnern sagt man:

Torf ist in Blumenerde nicht notwendig.[6]

Profigärtner brauchen hingegen angeblich Torf:

Torf in Gemüseerde völlig zu ersetzen, ist nicht von heute auf morgen möglich, weil alle Seiten Expertise und Erfahrung aufbauen müssen.[7]

Ich vermute, dass das eher eine Preisfrage ist.

Weiter

Moor: Torf als Energiequelle
Umweltschutz: Abfall

Weblinks

Quellen

[1] Global News. Das Umweltmagazin von Global 2000, 1/2015 (PDF), S. 5
[2] Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Ökologische Jung- und Zierpflanzenproduktion: Herstellung und Einsatz komposthaltiger Pflanzsubstrate (PDF), 2005, S. 4
[3] Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Blumenerde ohne Torf – Moore selber schützen
[4] Global News. Das Umweltmagazin von Global 2000, 1/2015 (PDF), S. 5
[5] Expertengruppe der Europäischen Kommission: Final Report On Greenhouse Production (Protected Cropping) (PDF), 2013, S. 35
[6]
[7] Global News. Das Umweltmagazin von Global 2000, 1/2015 (PDF), S. 5

Seite erstellt am 1.2.2022 – letzte Änderung am 6.2.2022