Mario Sedlak
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Österreichisches Gemüse mit dem Pro-Planet-Siegel

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Österreichische Pro-Planet-Eier

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Anbau von Pro-Planet-Tomaten in Wien

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Pro-Planet-Tomaten und -Paprika aus Deutschland

Pro Planet in Österreich

Das Rewe-eigene Gütesiegel "Pro Planet" gab es in Österreich von 2010 bis ca. 2019 bei Billa, Merkur, Penny, Adeg und Sutterlüty. Dieses selbst erfundene Nachhaltigkeitszeichen wurde von einem Beirat vergeben, in dem die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000, die schon seit 2002 ein Pestizidreduktionsprogramm für die Rewe-Supermärkte hierzulande durchführt, mit dabei war.

Greenpeace kritisierte das Siegel:

Pro Planet ist ein von Rewe geschaffenes Label, das Nachhaltigkeit vermittelt, aber in vielen Bereichen aufs falsche Pferd setzt. Es passt sich in das von Greenpeace kritisierte System des Gütezeichenmissbrauchs zur Verkaufsförderung ein und ist daher für KonsumentInnen nicht vertrauenswürdig.[1]

Warum Rewe das Pro-Planet-Zeichen in Österreich abgeschafft hat, darüber scheint sich der Konzern nicht öffentlich geäußert zu haben. Laut einem Medienbericht war Pro Planet eine Idee der Konzernzentrale in Deutschland, die bei der Österreich-Tochter "ein ungeliebtes Kind" war und sich "von Anfang an nicht richtig durchsetzen konnte".

Andere Kriterien

Trotz des augenscheinlich gleichen Konzepts fand man im Detail unerwartet große Unterschiede zwischen den Ländern:

Deutschland Österreich
  • Die deutschen Pro-Planet-Hühner wurden mit einer Besatzdichte von bis zu 35 kg/m2 gehalten, was nur knapp unter dem gesetzlichen Maximum war, kritisierte der Deutsche Tierschutzbund.
Österreichische Pro-Planet-Hühnerställe durften 25 kg/m2 nicht überschreiten. Die österreichischen Bauern erhielten als Ausgleich mehr Geld für ihre Pro-Planet-Hühner.
Für Pro Planet Österreich ist eine gentechnikfreie Fütterung und artgerechte Haltung im Freiland längst umgesetzt.
Auf der österreichischen Pro-Planet-Website steht bei den Paprika aus Spanien: "Sozialer Standard kontrolliert" (statt "verbessert"), und es werden nur ökologische Kriterien aufgelistet. Soziales wird dort eher krampfhaft als vermiedene Wasserknappheit und Energieverschwendung untergebracht.

Regionalität

Es fiel auf, dass in Österreich keine Pro-Planet-Lebensmittel aus Deutschland angeboten wurden. Ich war in einem Glashaus in Bayern, wo Tomaten und Paprika für Pro Planet Deutschland angebaut werden. Österreichische Pro-Planet-Tomaten und -Paprika kamen aus Wien und Niederösterreich.[2] Das deutsche Pro-Planet-Glashaus ist nur rund 10 km von der Grenze zu Österreich entfernt, aber dennoch wird das Gemüse lieber hunderte Kilometer innerhalb eines Landes spazieren geführt. Die von mir befragten Rewe-Manager schlossen eine Belieferung über die Landesgrenze hinweg kategorisch aus. Anscheinend macht bei Rewe jedes Land sein eigenes Ding, und die Nachhaltigkeit hat da nicht die höchste Priorität.

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Regionaler Konsum

Weblinks

Quellen

[1] Zeichen-Tricks. Der Gütezeichen-Guide von Greenpeace in Österreich (PDF), S. 37
[2] Pro Planet Österreich:

Seite erstellt am 2.4.2015 – letzte Änderung am 29.1.2023