Mario Sedlak
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Utopisten auf Utopia.de

Die Mitglieder auf der Plattform Utopia.de wurden "Utopisten" genannt. Sie nannten sich auch selbst so, obwohl diese Bezeichnung von Kritikern eher als Schimpfwort für weltfremde Träumer verwendet wird. Ich habe nie herausgefunden, warum dennoch dieser Name gewählt wurde. Vermutlich ist es eine Art Selbstironie. Die meisten Mitglieder wollten jedenfalls nicht über unrealistische Idealwelten diskutieren, sondern glaubten, dass ihre Visionen sehr wohl umsetzbar sind. Und sie wollten diese auch möglichst rasch umsetzen und so die Welt ganz real verbessern.

Hier ein Beispiel, wie "Utopisten" kritisiert werden (gefunden im Archiv der Zeit):

Grüne Utopisten der verschiedensten Spielarten sind regelmäßig Anhänger eines Rückzugs aus der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung in die Dorfidylle. Von all diesen Strömungen wird regelmäßig nicht erwähnt, dass ihre Politik zu erheblichen Wohlstandseinbußen führt.

... Bei dem in der DDR vorherrschenden Reallohnniveau bestünde in der Bundesrepublik Überbeschäftigung.

Auch in der Wikipedia heißt es:

Als Utopist wird der Vertreter einer Weltanschauung bezeichnet, dessen soziale und politische Gesellschaftskritik von Idealvorstellungen geleitet werden, die in den Augen seiner Kritiker als spekulativ und wirklichkeitsfremd gelten, statt sich pragmatisch an den mängelbehafteten Realitäten zu orientieren.

Vermutung

Die Gründerin von Utopia.de war/ist Werbeprofi und hat bewusst einen "provokanten" Titel gewählt, weil der mehr Aufmerksamkeit erzielt. Über "verrückte" Sachen wird mehr berichtet.

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Nicht klicken! – Viele Leser und Nutzer auf Utopia.de woll(t)en tatsächlich lieber in einer erfundenen, schönen Welt als in der oft trostlosen Wirklichkeit leben. Für diese Menschen ist die Bezeichnung "Utopist" durchaus passend.